Neu veröffentlichte Dokumente des US-Justizministeriums legen nahe, dass der frühere Trump-Berater Steve Bannon im Jahr 2019 mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein über Strategien im Umgang mit Papst Franziskus kommunizierte. Aus den nun öffentlich gewordenen Nachrichten geht hervor, dass Bannon plante, den Pontifex politisch zu schwächen.
In einer Nachricht aus dem Juni 2019 schrieb Bannon demnach an Epstein: „Will (Papst) Franziskus zu Fall bringen.“ In derselben Mitteilung nannte er unter anderem auch die Clintons, Chinas Staatschef Xi Jinping sowie die Europäische Union.
Bannon hatte Papst Franziskus wiederholt scharf kritisiert. Er warf ihm vor, auf Seiten „globalistischer Eliten“ zu stehen und seine nationalpopulistische, „souveränistische“ Vision zu behindern. Franziskus hingegen positionierte sich während seines Pontifikats deutlich gegen Nationalismus und setzte sich stark für Migranten ein – ein Kurs, der im Widerspruch zu Bannons politischem Weltbild stand.
Die Dokumente zeigen zudem, dass Bannon Interesse daran hatte, das 2019 erschienene Buch „In the Closet of the Vatican“ des französischen Journalisten Frédéric Martel zu verfilmen. Das Werk beleuchtet Machtstrukturen und Geheimhaltung im Vatikan und sorgte international für Aufsehen. In den Nachrichten deutete Bannon an, Epstein könne als ausführender Produzent fungieren. Ob dieses Vorhaben ernsthaft verfolgt wurde, bleibt unklar.
Beobachter sehen in den nun bekannt gewordenen Kontakten den Versuch, religiöse Autorität für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Der vatikanische Geistliche Antonio Spadaro erklärte, die Nachrichten offenbarten eine Strategie, Glauben als politisches Werkzeug einzusetzen – ein Ansatz, dem Papst Franziskus ausdrücklich entgegengewirkt habe.
Die Veröffentlichung der Dokumente fällt in eine Phase intensiver politischer Spannungen rund um das Pontifikat Franziskus, insbesondere in den Jahren 2018 und 2019. Epstein war zu diesem Zeitpunkt bereits wegen Sexualdelikten verurteilt worden und wurde später erneut wegen Sexualhandels mit Minderjährigen angeklagt.
Vertreter Bannons äußerten sich bislang nicht zu den Vorwürfen.
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