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Benko-Überstellung: Kein Direktflug ins Tiroler Heimspiel

JaStra (CC0), Pixabay
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Der einstige Immobilien-Messias und nunmehrige U-Häftling René Benko darf sich auf eine kleine Österreich-Rundfahrt freuen, bevor er im Oktober in Innsbruck seinem ersten Prozess entgegenblickt. Der Justiz ist der direkte Weg über das „Große Deutsche Eck“ nämlich zu riskant – die Deutschen könnten glatt auf die Idee kommen, den italienischen Haftbefehl zu vollstrecken. Welch Unverschämtheit, wenn man sich plötzlich an Recht und Ordnung hält!

Also wird Benko wohl im Zickzack über Salzburg, Bischofshofen und den Pinzgau nach Tirol gekarrt. Wer im Immobiliengeschäft so lange Umwege als cleveres Investment verkauft hat, wird an dieser kleinen Panoramatour kaum Anstoß nehmen.

Die italienische Justiz hatte schon im Dezember 2024 einen europäischen Haftbefehl erlassen. Verdacht: kriminelle Vereinigung, Betrug, Korruption – kurz gesagt, die Greatest Hits der Wirtschaftskriminalität. Dass da auch ein Südtiroler Steuerberater und andere Geschäftspartner mitspielen, überrascht niemanden mehr, außer vielleicht die Betroffenen selbst.

In Innsbruck wird Benko zunächst wegen „betrügerischer Krida“ verhandelt – eine hübsche juristische Formulierung für das, was Laien wohl als „Gläubiger um ihr Geld prellen“ beschreiben würden. Schadenssumme: rund 660.000 Euro. Klingt fast niedlich angesichts der Milliardenlöcher, die die Signa Holding hinterlassen hat.

Das Verfahren wurde vorsorglich in den Schwurgerichtssaal verlegt, damit auch wirklich alle Reporter und Kameras Platz finden. Schließlich ist Benko inzwischen weniger Unternehmer als Reality-Star wider Willen.

Sollte er verurteilt werden, drohen ihm ein bis zehn Jahre Haft. Aber wer weiß – vielleicht lässt sich der nächste Transport ja direkt mit einem Immobilienbesichtigungstermin verbinden.

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