Rene Benko, einst strahlender Immobilien-Tycoon und Gründer der inzwischen spektakulär implodierten Signa, hat mal wieder geliefert – allerdings nicht in Beton, sondern in Form eines Einspruchs. Gegen seine zweite Anklage wegen betrügerischer Krida sagte er: „Njet!“ – und schob den Ball damit elegant zum Oberlandesgericht Innsbruck.
Die erste Anklage wegen – Überraschung! – ebenfalls betrügerischer Krida ist schon fix und wird Mitte Oktober verhandelt. Da darf Benko dann persönlich in den Großen Schwurgerichtssaal einmarschieren, vermutlich ohne Rolex, Manschettenknöpfe und Gucci-Armbänder. Die sollen ja, so die Staatsanwaltschaft, ohnehin längst im Tresor bei Verwandten gelandet sein. Wert: knackige 370.000 Euro – ein Kleckerbetrag für Signa-Verhältnisse, aber offenbar zu schade, um sie den Gläubigern zu überlassen.
Auch eine mutmaßliche Komplizin hat brav Einspruch eingelegt. Verständlich – wer will schon ohne Not alleine auf der Anklagebank sitzen?
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) schaut sich derweil nicht nur diese zwei Anklagen an, sondern gleich 14 Stränge. Untreue, Betrug, Förderungsmissbrauch – quasi ein „All you can eat“-Buffet der Wirtschaftskriminalität. Der Gesamtschaden? Rund 300 Millionen Euro. Für Benko nur Peanuts, schließlich war er mal der Mann, der ganze Warenhäuser verschlungen hat.
Strafrahmen: bis zu zehn Jahre Haft. Aber wer weiß – vielleicht legt Benko auch hier Einspruch ein, sobald die Zellentür ins Schloss fällt.
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