Nach der tödlichen Schießerei vor einer Bar in Austin im US-Bundesstaat Texas haben die Behörden die drei Todesopfer identifiziert. Bei dem Angriff in den frühen Morgenstunden des Sonntags wurden Ryder Harrington (19), Savitha Shan (21) und Jorge Pederson (30) getötet. Mehr als ein Dutzend weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen befinden sich weiterhin in kritischem Zustand.
Die Tat ereignete sich gegen 2:00 Uhr Ortszeit vor der Bar „Buford’s“, einem bei Studierenden der University of Texas beliebten Treffpunkt im Ausgehviertel von Austin.
Täter von Polizei erschossen
Der mutmaßliche Schütze, Ndiaga Diagne, wurde von Polizeibeamten erschossen. Nach Angaben von CBS News war Diagne ein eingebürgerter US-Staatsbürger, geboren im Senegal.
Laut Polizei fuhr der Täter in einem großen SUV an der Bar vorbei, schaltete die Warnblinkanlage ein, ließ das Fenster herunter und eröffnete mit einer Pistole das Feuer auf Personen auf der Terrasse und dem Gehweg. Anschließend parkte er das Fahrzeug, stieg mit einem Gewehr aus und bewegte sich wieder in Richtung der Bar. Drei Polizisten stellten ihn an einer Kreuzung und erschossen ihn.
Das Fahrzeug wurde durchsucht; Sprengstoff wurde nicht gefunden.
Hinweise auf möglichen Terrorbezug
Das FBI prüft mögliche Verbindungen zu Terrorismus. Ein Ermittler erklärte, es gebe Hinweise auf einen „möglichen Zusammenhang“ mit internationalen Entwicklungen, darunter dem aktuellen Krieg im Iran. Konkrete Details wurden bislang nicht veröffentlicht.
Nach Informationen aus Ermittlerkreisen soll der Täter ein Sweatshirt mit der Aufschrift „Property of Allah“ getragen haben. Zudem seien bei einer Durchsuchung seiner Wohnung eine iranische Flagge und Bilder iranischer Führungspersönlichkeiten gefunden worden.
Der Angriff erfolgte am selben Wochenende, an dem die USA und Israel mehrere Luftschläge gegen den Iran durchgeführt hatten.
Texas-Gouverneur Greg Abbott kündigte eine umfassende Untersuchung an. Man werde jeder Spur nachgehen, um mögliche Hintergründe oder weitere Beteiligte zu ermitteln.
Schnelles Eingreifen der Polizei
Die Polizei war nach eigenen Angaben innerhalb von 57 Sekunden am Tatort. Aufgrund der erhöhten Präsenz im Ausgehviertel East Sixth Street habe man schnell reagieren können. Bürgermeister Kirk Watson lobte das rasche Eingreifen der Einsatzkräfte, das vermutlich weitere Todesopfer verhindert habe.
Augenzeugen berichten von chaotischen Szenen. Ein 25-jähriger Zeuge sagte, er habe mehrere Menschen am Boden liegen sehen und sei zunächst wie gelähmt gewesen.
Reaktionen aus Politik und Universität
Der republikanische Senator Ted Cruz sprach von einem „sinnlosen Akt der Gewalt“ und dankte den Einsatzkräften für ihr schnelles Handeln.
Auch die University of Texas äußerte sich bestürzt. Präsident Jim Davis erklärte, die Gedanken der Universität seien bei den Opfern, ihren Familien und allen Betroffenen. Zwei der Getöteten sollen Studierende gewesen sein; die Behörden konnten bislang jedoch nicht bestätigen, an welcher Hochschule sie eingeschrieben waren.
Die Schießerei ereignete sich wenige Tage vor dem internationalen SXSW-Festival, das jährlich tausende Besucher nach Austin zieht. Die Behörden kündigten weitere Informationen bei einer geplanten Pressekonferenz an.
Die Ermittlungen dauern an.
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