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Baerbock übernimmt Präsidentschaft der UNO-Generalversammlung

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Die ehemalige deutsche Außenministerin Annalena Baerbock hat in New York ihr Amt als Präsidentin der UNO-Generalversammlung angetreten. Vor Beginn der 80. Sitzung wurde die 44-Jährige vereidigt – ein symbolträchtiger Karriereschritt, der zugleich große Erwartungen weckt.

In ihrer Eröffnungsrede inszenierte sich Baerbock als Brückenbauerin und „ehrliche Maklerin“. Ihre Tür sei „immer offen“, die Welt brauche die Vereinten Nationen dringender denn je. Sie verwies auf die Kriege in Gaza und der Ukraine sowie auf die prekäre Lage von Frauen und Mädchen in Afghanistan und im Sudan. Mit der rhetorischen Frage „Wo sind die Vereinten Nationen?“ stellte sie die Handlungsfähigkeit der Weltorganisation selbst infrage, um gleich darauf die kämpferische Antwort zu geben: „Wir werden nicht aufgeben.“

Anspruch und Realität

Baerbock hat das Amt für ein Jahr inne – doch wie viel Gestaltungsspielraum bietet die Präsidentschaft tatsächlich? Beobachter wissen: Der Posten ist prestigeträchtig, aber weitgehend repräsentativ. In der Generalversammlung sitzen 193 Mitgliedsstaaten, die allesamt ihre Interessen verfolgen. Die Präsidentin kann Debatten lenken, aber keine Entscheidungen erzwingen.

Politische Fallhöhe

Mit Blick auf die kommende Generaldebatte ab dem 22. September wird die Herausforderung deutlich: Mehrere westliche Staaten – etwa Frankreich – wollen einen palästinensischen Staat anerkennen. Andere, darunter Deutschland und Österreich, zögern. Damit droht die Präsidentin der Generalversammlung ausgerechnet bei einem der drängendsten Konflikte zwischen die politischen Linien zu geraten.

Baerbock selbst spricht von Brückenbauen – doch Kritiker warnen, dass ihre frühere Rolle als deutsche Außenministerin sie kaum zur neutralen Vermittlerin prädestiniere. Ihre klar prowestliche Haltung könnte in den Augen vieler Mitgliedsstaaten eher Misstrauen als Ausgleich fördern.

Symbolik statt Macht

So bleibt fraglich, ob Baerbocks Präsidentschaft mehr sein wird als ein symbolischer Posten im diplomatischen Schaufenster. Reden über Frieden, Appelle an die Einheit – all das klingt eindringlich. Aber wird sie tatsächlich bewegen können, was seit Jahren im UNO-System blockiert ist?

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