Nach dem mutmaßlichen Bombenanschlag auf eine pro-indigene Kundgebung in Perth hat der australische Premierminister Anthony Albanese harte Konsequenzen gefordert. Der 31-jährige Tatverdächtige soll nach dem Willen des Premiers mit der „vollen Härte des Gesetzes“ verfolgt werden.
„Ich hoffe, die Polizei wirft ihm das ganze Gesetzesbuch an den Kopf“, sagte Albanese am Dienstag gegenüber Journalisten. „Was dort passiert ist, war schockierend.“ Wegen des laufenden Verfahrens wollte er sich nicht näher äußern, betonte jedoch, dass er eine konsequente strafrechtliche Aufarbeitung erwarte.
Mutmaßlicher Anschlag bei „Invasion Day“-Kundgebung
Laut Polizei soll der Mann am Montag während einer „Invasion Day“-Kundgebung – bei der rund 2.500 Menschen im Zentrum von Perth versammelt waren – einen selbstgebauten Sprengsatz in die Menge geworfen haben. Der Gegenstand explodierte jedoch nicht, niemand wurde verletzt.
„Invasion Day“ wird jedes Jahr parallel zum offiziellen Nationalfeiertag „Australia Day“ begangen. Viele indigene Australier sehen in diesem Datum – dem Tag, an dem 1788 die britische Kolonialisierung begann – den Beginn von Gewalt, Enteignung und kultureller Zerstörung.
Sprengsatz mit Nägeln und Kugellagern
Die Ermittlungen ergaben, dass es sich um eine selbstgebaute Sprengvorrichtung mit chemischen Bestandteilen, Nägeln und Metallkugeln handelte – offenbar mit dem Ziel, Menschen zu verletzen. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung fanden Beamte weitere Chemikalien, die zum Bau von Sprengstoffen geeignet sind.
Terrorverdacht im Raum
Die Polizei stuft den Vorfall als „feindlichen Akt“ ein. Ob es sich auch um eine terroristische Tat handelt, werde derzeit geprüft. Dafür müssten politische, religiöse oder ideologische Motive nachgewiesen werden, so der Polizeichef von Western Australia, Col Blanch.
„Hass darf nicht siegen“
Roger Cook, Premierminister von Western Australia, äußerte sich betroffen: „Wir dürfen Hass nicht gewinnen lassen.“ In einem Land, das zuletzt durch den Anschlag auf ein jüdisches Festival in Sydney mit 15 Toten erschüttert wurde, rief er zur Achtung unterschiedlicher Meinungen auf: „Unsere Vielfalt macht Australien aus.“
Der mutmaßliche Täter bleibt bis zur nächsten Gerichtsverhandlung am 17. Februar in Untersuchungshaft. Seine Identität wird derzeit auf richterliche Anordnung geheim gehalten.
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