Startseite Allgemeines Australien: Sonnenschutz-Skandal weitet sich aus – 18 Produkte zurückgerufen
Allgemeines

Australien: Sonnenschutz-Skandal weitet sich aus – 18 Produkte zurückgerufen

jorono (CC0), Pixabay
Teilen

In Australien, dem Land mit der weltweit höchsten Hautkrebsrate, wächst der Skandal um fehlerhafte Sonnenschutzmittel weiter. Mittlerweile wurden 18 Produkte vom Markt genommen, nachdem sich herausstellte, dass sie deutlich weniger Schutz boten, als die Hersteller versprochen hatten.

Von „SPF 50+“ zu „SPF 4“

Auslöser war eine Analyse einer Verbraucherschutzorganisation im Juni: Mehrere beliebte, teils hochpreisige Produkte hielten die angegebenen Schutzfaktoren nicht ein. Besonders drastisch fiel das Ergebnis bei „Lean Screen Skinscreen“ von Ultra Violette aus. Statt des ausgewiesenen Lichtschutzfaktors (SPF) 50+ wies das Mittel lediglich SPF 4 auf. Das Produkt wurde im August freiwillig zurückgerufen.

Regulierungsbehörde warnt vor 20 weiteren Produkten

Die australische Arzneimittelaufsicht Therapeutic Goods Administration (TGA) warnte nun, dass weitere Sonnenschutzmittel betroffen seien – insgesamt bis zu 20 Produkte, die auf derselben Grundformel basieren. Erste Tests deuteten darauf hin, dass der tatsächliche SPF-Wert dieser Rezeptur „kaum über 21“ liege und bei manchen Produkten sogar nur 4 erreiche.

Von den 21 identifizierten Produkten wurden acht zurückgerufen, bei zehn ist der Verkauf ausgesetzt, zwei weitere stehen unter Beobachtung. Ein Produkt wird zwar in Australien hergestellt, jedoch nicht dort verkauft.

Kritik an US-Testlabor

Im Zentrum der Kritik steht das US-Labor Princeton Consumer Research Corp (PCR Corp), das viele Hersteller für die SPF-Prüfung ihrer Produkte beauftragt hatten. Die TGA äußerte „erhebliche Bedenken“ an dessen Testverfahren und stellte die Verlässlichkeit der Ergebnisse infrage.

PCR verteidigte sich in einer Stellungnahme gegenüber der BBC: Abweichungen könnten durch Faktoren wie Unterschiede zwischen Produktionschargen, Lagerbedingungen oder Alter des Produkts entstehen. Man könne nur für die getesteten Muster garantieren.

Hersteller weist Vorwürfe zurück

Die betroffene Firma Wild Child Laboratories, die die Grundformel herstellt, stoppte deren Produktion. Geschäftsführer Tom Curnow betonte, die TGA habe keine Mängel in der Herstellung festgestellt. Das Problem sei Teil einer „branchenweiten Herausforderung“. Man habe inzwischen die Zusammenarbeit mit PCR beendet und neue Tests bei unabhängigen Laboren in Auftrag gegeben.

Globale Auswirkungen möglich

Australien gilt wegen seiner strengen Sonnenschutz-Regularien als Vorreiter. Doch Experten warnen, dass der Skandal auch international Konsequenzen haben könnte. Denn neben Herstellungsproblemen stehen nun auch die Testmethoden auf dem Prüfstand – mit potenziellen Folgen für die gesamte globale Sonnenschutz-Industrie.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Neue Spur in Großbritannien: Polizei prüft mögliche Epstein-Flüge über London-Stansted

Jahre nach dem Tod des US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein werfen neu veröffentlichte Dokumente...

Allgemeines

Pionier der Autismusforschung: Hans Asperger vor 120 Jahren geboren

Vor 120 Jahren wurde Hans Asperger geboren – ein Mediziner, dessen Name...

Allgemeines

Wahrheitskommission für Epsteins Zorro Ranch: New Mexico will dunkle Kapitel endlich aufklären

Santa Fe. Mehr als fünf Jahre nach dem Tod des verurteilten Sexualstraftäters...

Allgemeines

Goldman Sachs streicht Diversitätskriterien für Vorstandsbesetzung

Die US-Investmentbank Goldman Sachs will künftig bei der Auswahl von Kandidatinnen und...