Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) ist am Montag zu einer mehrtägigen Reise nach Japan und Indonesien aufgebrochen. Mit seinem Besuch möchte er die außen- und wirtschaftspolitischen Beziehungen Deutschlands zu wichtigen Partnern im Indopazifik-Raum stärken.
Auftakt in Tokio
Erste Station ist Tokio, wo Wadephul am Montagmorgen zu Gesprächen mit dem japanischen Außenminister Takeshi Iwaya zusammentrifft. Themen dürften neben der engeren sicherheitspolitischen Kooperation auch globale Fragen wie der Ukraine-Krieg, die Spannungen im Südchinesischen Meer sowie die Rolle Chinas in der Region sein.
Im weiteren Tagesverlauf ist ein Treffen mit Japans Wirtschaftsminister Yoji Muto geplant. Dabei wird es vor allem um die wirtschaftliche Zusammenarbeit, Lieferketten, Energieversorgung und Zukunftstechnologien wie grüne Wasserstoffprojekte gehen. Zudem empfängt der amtierende Ministerpräsident Shigeru Ishiba den deutschen Minister zu einem bilateralen Gespräch.
Bedeutung der Indopazifik-Region für Deutschland
Vor seiner Abreise am Sonntag hatte Wadephul betont, dass Deutschland angesichts der geopolitischen Verschiebungen den Indopazifik stärker in den Fokus rücken müsse. „Die Region ist für uns von zentraler Bedeutung – wirtschaftlich, sicherheitspolitisch und strategisch“, erklärte er. Japan sei hierbei ein „unverzichtbarer Partner“, mit dem Deutschland durch gemeinsame Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und freie Märkte verbunden sei.
Weitere Station: Indonesien
Nach seinem Aufenthalt in Japan wird Wadephul nach Indonesien weiterreisen – dem bevölkerungsreichsten Land Südostasiens und einem der wichtigsten Partner Deutschlands in der ASEAN-Region. In Jakarta sind Gespräche mit Regierungsvertretern zu Handel, Klimaschutz und maritimer Sicherheit geplant. Außerdem will Wadephul deutsche Unternehmen besuchen, die in Indonesien investieren.
Hintergrund
Die Reise unterstreicht den Anspruch der Bundesregierung, eine aktivere Rolle im Indopazifik einzunehmen. Deutschland beteiligt sich bereits seit mehreren Jahren an diplomatischen Initiativen in der Region, entsandte 2021 erstmals eine Fregatte nach Asien und sucht eine engere Anbindung an Demokratien wie Japan, Südkorea und Australien. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit mit Schwellenländern wie Indonesien intensiviert werden, um wirtschaftliche Abhängigkeiten von China zu verringern.
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