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Apple unter Druck: Großbritannien will eigene App-Stores auf dem iPhone erlauben

stevepb (CC0), Pixabay
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Ein echter Tabubruch für Apple bahnt sich an: Die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) will den Tech-Giganten zwingen, alternative App-Stores auf iPhones zuzulassen – ein schwerer Schlag gegen das berüchtigt geschlossene Apple-Ökosystem.

Bislang gilt auf Apple-Geräten die eiserne Regel: Apps nur über den App Store, wo Apple jeden Download kontrolliert und kräftig mitverdient. Doch die CMA stuft Apple – ebenso wie Google – nun als Unternehmen mit „strategischem Marktstatus“ ein, was im Klartext bedeutet: zu mächtig, zu dominant, zu wenig Konkurrenz.

Das Urteil sorgt in Cupertino für Schnappatmung. Apple warnt, solche Eingriffe würden „die Privatsphäre der Nutzer schwächen“ und „den Zugang zu neuen Funktionen verzögern“. Frei übersetzt: Wenn wir weniger Kontrolle haben, ist das natürlich schlecht – für euch, versteht sich.

Auch Google reagierte beleidigt und nannte die Entscheidung „unverhältnismäßig und unbegründet“. Dabei können Android-Nutzer längst Apps außerhalb des Play Stores installieren – wenn auch mit zahllosen Sicherheitswarnungen, die Nutzer meist wieder brav zurück in Googles Arme treiben.

Die CMA sieht das anders: Die Dominanz von Apple und Google „könne Innovation und Wettbewerb behindern“. Rund 90 bis 100 Prozent aller britischen Smartphones laufen auf ihren Betriebssystemen – ein klassisches Duopol also.

Was konkret auf Apple zukommt, bleibt noch offen. Möglich wären Maßnahmen, die es Nutzern erleichtern, zwischen iOS und Android zu wechseln, oder die verlangen, dass Apple Apps künftig fairer und transparenter listet. Vor allem aber könnte die Behörde Apple zwingen, fremde App-Stores oder direkte Downloads auf iPhones zuzulassen – ein Schritt, der bereits in der EU Realität ist.

Apple warnt, das Vereinigte Königreich könne dadurch denselben „Nachteil“ erleiden wie die EU: verspätete Updates und eingeschränkte KI-Funktionen – ein Hinweis darauf, wie sehr Apple Regulierung als Strafe versteht.

Kritiker sehen das anders. Verbraucherverbände wie Which? argumentieren, dass Beschränkungen der Tech-Giganten weltweit bereits mehr Innovation und Auswahl bringen.

Wenn die CMA sich durchsetzt, könnte Großbritannien das werden, was Apple am meisten fürchtet: ein Land, in dem Nutzer wirklich selbst entscheiden dürfen, was auf ihrem iPhone läuft.

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