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Die neuesten Vorschläge des Gesundheitsministers Karl Lauterbach, bestimmte Vorsorgeuntersuchungen wie Bluthochdruck, Cholesterin und Diabetes in Apotheken durchführen zu lassen, haben Kritik und Besorgnis unter medizinischen Fachkräften ausgelöst. Die Bundesärztekammer betont, dass Apotheken, obwohl sie eine wichtige Rolle im Gesundheitssystem spielen, nicht mit der Expertise und der umfassenden Betreuung ausgestattet sind, die eine Arztpraxis bieten kann.

Die Übertragung medizinischer Dienstleistungen von Arztpraxen an Apotheken könnte zu einer Verwässerung der Qualität der Patientenversorgung führen und ein Netzwerk von Parallelangeboten schaffen, die mehr Kosten verursachen, anstatt Effizienz und Zugänglichkeit zu verbessern. Dies könnte auch dazu führen, dass wesentliche gesundheitliche Anliegen übersehen oder nicht ausreichend angesprochen werden, da Apotheken nicht in der Lage sind, eine ganzheitliche medizinische Bewertung und Nachsorge wie Arztpraxen anzubieten.

Der Plan, Apotheken in den Vorsorgeprozess einzubeziehen, scheint auf den ersten Blick die Zugänglichkeit zu erhöhen, birgt jedoch das Risiko, dass Patienten eine fragmentierte und weniger qualifizierte Versorgung erhalten. Es ist wichtig, dass Vorsorgeuntersuchungen in einer Umgebung durchgeführt werden, die auf umfassende Patientenversorgung und -nachsorge ausgerichtet ist, und dass jeder Patient die qualitativ hochwertige und spezialisierte Betreuung erhält, die er für seine Gesundheit benötigt. In diesem Zusammenhang sollten die einzigartige Expertise und der spezialisierte Beitrag, den Ärzte leisten, geschätzt und erhalten bleiben.

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