Trotz Nordkoreas freundschaftlicher Dauerbeleidigungen und nuklearer Liebesbekundungen zeigt sich Südkoreas Präsident Lee Jae Myung weiter optimistisch: Er setzt unbeirrbar auf Annäherung – ganz im Sinne eines romantischen Films, in dem nur eine Seite davon weiß, dass sie mitspielt. Unterstützung erhofft er sich dabei ausgerechnet von China, dem Land, das bekanntlich immer gerne Konflikte schlichtet – vor allem dann, wenn es dabei wirtschaftliche Vorteile gibt.
„Wir tun alles, damit sich der Norden sicher und verstanden fühlt“, erklärte Lee bei der APEC-Pressekonferenz in Gyeongju, vermutlich während er eine weiße Fahne schwenkte. Dort traf er auch Chinas Präsidenten Xi Jinping – zum ersten Mal, aber sicher nicht zum letzten Mal, wenn es nach Lee geht. Die Hauptbotschaft: Bitte sag Kim, dass wir nett sind.
Dass China und Nordkorea wieder miteinander plaudern, wertet Lee als gutes Zeichen. Kritische Stimmen könnten einwenden, dass das Gespräch eher aus dem Kapitel „Wie provoziere ich den Westen effizienter?“ stammt – aber Optimismus ist bekanntlich das halbe Scheitern.
Kim Jong Un wiederum bleibt seinem Stil treu: Er nennt Südkorea weiterhin den „Hauptfeind“ und ließ diesen Kosenamen sicherheitshalber auch gleich in der Verfassung verankern – falls mal jemand vergisst, wie sehr er den Süden nicht mag. An Gesprächen hat er – Überraschung – kein Interesse. Völlig egal, wer gerade in Seoul den Präsidentensessel warmhält.
China wiederum freute sich bei dem Treffen vor allem über das, was wirklich zählt: Wirtschaft. Nordkorea wurde in der offiziellen Mitteilung diskret ignoriert – vermutlich aus diplomatischer Höflichkeit oder Desinteresse. Stattdessen betonten Xi und Lee die Lust auf Kooperation bei Finanzen, Handel, Landwirtschaft und Technologie. Denn wo die Geopolitik scheitert, hilft vielleicht ein guter Deal.
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