📊 1. Bilanzkennzahlen im Überblick
Aktiva (Vermögensseite)
| Position | 2023 (EUR) | 2022 (EUR) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Anlagevermögen | 23.853 | 24.608 | −3,07 % |
| Umlaufvermögen | 2.093.583 | 778.201 | +169,0 % |
| ▸ davon: Forderungen an Gesellschafter | 733.680 | 558.164 | +31,4 % |
| Bilanzsumme | 2.117.436 | 802.809 | +163,7 % |
Passiva (Kapitalseite)
| Position | 2023 (EUR) | 2022 (EUR) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Eigenkapital | 7.706 | 14.897 | −48,3 % |
| Rückstellungen | 7.842 | 8.500 | −7,7 % |
| Verbindlichkeiten (kurzfristig) | 2.097.722 | 774.967 | +170,6 % |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 4.167 | 4.444 | −6,2 % |
💡 2. Bewertung der Vermögenslage
- Umlaufvermögen massiv gestiegen, was positiv ist. Es zeigt, dass die Gesellschaft über kurzfristig verfügbare Mittel oder Forderungen verfügt.
- Forderungen an Gesellschafter machen rund 35 % des Umlaufvermögens aus, was kritisch zu hinterfragen ist – es handelt sich dabei um nicht-marktübliche, intern vergebene Mittel mit 2 % Verzinsung. Ihre Werthaltigkeit und Rückführbarkeit ist aus Investorensicht unsicher.
- Anlagevermögen ist marginal – das Unternehmen ist offenbar stark liquiditäts- bzw. forderungsgetrieben, nicht anlagebasiert.
📉 3. Kapitalstruktur und Eigenkapitalquote
Eigenkapitalquote:
[
\text{Eigenkapitalquote} = \frac{7.706}{2.117.436} ≈ 0,36%
]
➡️ Extrem niedrig – aus Sicht eines Anlegers ist das ein erheblicher Risikofaktor.
- Eine derart geringe Quote bedeutet: Die Gesellschaft finanziert sich nahezu vollständig über kurzfristige Verbindlichkeiten, bei gleichzeitig minimaler Eigenkapitalbasis.
- Der Eigenkapitalverlust von fast 50 % im Jahresvergleich deutet auf fehlende Profitabilität oder eine Substanzschwächung hin.
🏦 Liquiditäts- und Schuldensituation
- Verbindlichkeiten (fast ausschließlich kurzfristig) haben sich mehr als verdoppelt.
- Der erhöhte Verschuldungsgrad, ohne gleichzeitigen Aufbau von nachhaltigen Vermögenswerten, ist kritisch zu sehen.
- Ohne klare Ertragsquellen (aus dem Abschluss nicht ersichtlich) ist unklar, wie Rückzahlungen bedient werden sollen.
🔍 Forderungen an Gesellschafter – ein Risikofaktor
- Forderungen an Gesellschafter steigen deutlich (um ca. €175.000).
- Diese Mittel sind mit niedrigem Zinssatz (2 % p.a.) belegt – unterhalb marktüblicher Konditionen.
- Hohe Abhängigkeit von verbundenen Parteien und potenzielle Intransparenz in der Mittelverwendung ist aus Sicht externer Kapitalgeber problematisch.
✅ Positiv zu vermerken:
- Die Bilanzsumme hat sich insgesamt stark erhöht, was auf Wachstum oder Kapitalzuflüsse hindeuten könnte.
- Die Bilanz wurde ordnungsgemäß festgestellt (30.05.2025).
- Kein Hinweis auf insolvenzgefährdende Situationen.
⚠️ Risiken aus Anlegersicht
| Risikofaktor | Bewertung |
|---|---|
| Extrem niedrige Eigenkapitalquote | ❗Sehr kritisch |
| Hoher Anteil an Forderungen gegenüber Gesellschaftern | ⚠️ Kritisch |
| Verbindlichkeiten massiv gestiegen | ❗Erhöhtes Insolvenzrisiko bei ausbleibender Liquidität |
| Keine Aussage zur Gewinn- und Verlustrechnung | ❓ Ertragslage unklar |
| Fokus auf konzerninterne Finanzierungen | ⚠️ Intransparenz für externe Anleger |
📌 Fazit aus Anlegersicht
Die DBH – Deutsche Beteiligungsholding GmbH zeigt eine hoch verschuldete Bilanzstruktur mit minimalem Eigenkapital und fraglicher Forderungsqualität. Die Geschäftstätigkeit basiert stark auf konzerninternen Verrechnungen. Aus externer Anlegersicht ist das Unternehmen derzeit:
🔴 Nicht investitionswürdig
…es sei denn, es bestehen:
- transparente Einblicke in Geschäftsmodell und Cashflows,
- klare Zusagen über Kapitalzuflüsse oder
- externe, unabhängige Finanzierungsperspektiven.
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