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Analyse: Trumps Feldzug gegen Fed-Chef Powell – Ein Bumerang mit Ansage

succo (CC0), Pixabay
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Donald Trump will sinkende Zinsen, steigende Börsenkurse – und am liebsten Jerome Powell loswerden. Doch der strafrechtliche Angriff auf den Chef der US-Notenbank könnte sich für den US-Präsidenten als politischer Eigentor erweisen.

Die vom Justizministerium eingeleiteten Ermittlungen gegen Powell – offiziell wegen angeblich überhöhter Renovierungskosten am Hauptsitz der Fed – stellen eine nie dagewesene Eskalation in Trumps langjährigem Konflikt mit seinem eigenen Fed-Chef dar. Der Vorwurf: Der Präsident versucht, die Notenbankpolitik zu kriminalisieren, weil sie seiner Agenda nicht folgt.

Fed-Unabhängigkeit unter Beschuss

Ökonomen und ehemalige Notenbanker schlagen Alarm. „Das ist ein Angriff auf die Unabhängigkeit der Fed – und ein gefährlicher Präzedenzfall“, warnt Justin Wolfers von der University of Michigan. Auch alle noch lebenden früheren Fed-Vorsitzenden sowie ehemalige Finanzminister kritisieren die „politisch motivierte Strafverfolgung“.

Ironischerweise könnte genau das Gegenteil von dem eintreten, was Trump bezweckt. Die Notenbank dürfte unter diesem politischen Druck kaum gewillt sein, kurzfristig die Zinsen zu senken – allein, um ihre Unabhängigkeit zu demonstrieren. „Die FOMC-Mitglieder könnten sich nun gezwungen fühlen, sogar noch restriktiver zu agieren“, sagt Ex-Fed-Analyst Tim Mahedy.

Börsen nervös, Gold jubelt

Die Finanzmärkte reagierten nervös. Während die Wall Street nur leicht nachgab, schoss der Goldpreis um 3 % auf ein Rekordhoch von über 4.600 Dollar. Silber legte sogar um 8 % zu – Zeichen dafür, dass Investoren mit anhaltender Unsicherheit rechnen.

Powell bleibt – vielleicht gerade deshalb

Trumps Wunsch, Powell zu ersetzen, könnte ebenfalls scheitern. Zwar endet dessen Amtszeit als Fed-Chef im Mai, doch sein Mandat im Direktorium läuft bis 2028. Sollte Powell bleiben – was er nicht ausgeschlossen hat – hätte Trump seinen erklärten Gegner für Jahre zementiert.

Die republikanische Senatorin Lisa Murkowski spricht von „politischer Erpressung“, ihr Kollege Thom Tillis kündigte an, jeden Trump-Kandidaten für die Fed zu blockieren, solange das Verfahren gegen Powell laufe.

Fazit: Was als Machtdemonstration gedacht war, könnte Trump teuer zu stehen kommen – politisch, wirtschaftlich und institutionell.

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