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Analyse: Trump ignoriert eigene Rhetorik bei Vorwürfen zur politischen Gewalt

MIH83 (CC0), Pixabay
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Nach dem Mord an dem konservativen Aktivisten Charlie Kirk nutzen Donald Trump und seine Verbündeten die Tragödie, um linke politische Kräfte pauschal für politische Gewalt verantwortlich zu machen. Trump behauptete: „Wenn man sich die Probleme ansieht, liegen sie auf der linken Seite. Nicht auf der rechten.“

Doch diese Darstellung greift zu kurz – und blendet sowohl die Komplexität politischer Gewalt als auch Trumps eigene Vergangenheit mit gewaltvoller Rhetorik aus, wie der Bericht von Aaron Blake zeigt.


Widersprüche in Trumps Darstellung

Obwohl es Hinweise auf eine mögliche linke Gesinnung des Attentäters von Kirk gibt, ist das Gesamtbild laut den Ermittlern noch unklar. Trotzdem präsentieren Trump und sein Umfeld das Attentat als klares Beispiel für linke Gewalt.

Zur gleichen Zeit ignorieren sie eine Reihe gewaltsamer Taten gegen Demokraten, darunter:

  • Die Ermordung der Abgeordneten Melissa Hortman in Minnesota (Juni 2025)

  • Ein Brandanschlag auf das Haus von Pennsylvanias Gouverneur Josh Shapiro

  • Der Angriff auf Paul Pelosi, Ehemann der damaligen Sprecherin des Repräsentantenhauses

  • Der Kapitol-Sturm am 6. Januar 2021

In mehreren dieser Fälle wurde versucht, die Schuld wiederum der politischen Linken zuzuschreiben, obwohl klare Beweise das Gegenteil nahelegten.


Ignorierte Verantwortung – Trumps eigene gewaltvolle Sprache

Während Trump anderen eine gefährliche Rhetorik vorwirft – etwa durch Vergleiche mit Faschismus oder Nazis – hat er selbst genau diese Begriffe oft verwendet:

  • 2017 verglich er US-Geheimdienste mit „Nazi-Deutschland“

  • 2024 sprach er von einer „Gestapo-Regierung“ unter den Demokraten

Darüber hinaus gibt es eine lange Liste von Äußerungen, in denen Trump Gewalt gutheißt, verharmlost oder indirekt andeutet, etwa:

  • Die Zustimmung zu einem Unterstützer, der sagte: „Der einzige gute Demokrat ist ein toter Demokrat.“

  • Der Vorschlag, dass „Second Amendment“-Anhänger Hillary Clinton stoppen könnten

  • Seine Reaktion auf den Angriff auf Paul Pelosi: „Wie geht’s ihrem Mann? Jemand eine Ahnung?“, sagte er spöttisch

  • Die wiederholte Andeutung, seine Anhänger könnten im Falle seiner Verurteilung „aufstehen“ oder „kämpfen


Ein gefährlicher Doppelstandard

Trump unterscheidet nicht zwischen Gewalt und Gewaltfreiheit, sondern zwischen „gerechter“ und „falscher“ Gewalt – abhängig davon, von wem sie ausgeht. Radikale Rechte erscheinen ihm legitimiert, Linke bezeichnet er als „bösartig“ und „politisch gerissen“.

Utahs republikanischer Gouverneur Spencer Cox warnte jedoch eindringlich vor dieser gefährlichen Logik:

„Das ist das Problem mit politischer Gewalt: Sie breitet sich aus. Wenn wir immer nur auf die andere Seite zeigen, wird es immer schlimmer – irgendwann braucht es einen Ausweg.“


Fazit

Die Debatte über politische Gewalt in den USA ist vielschichtig. Trumps derzeitige Strategie besteht darin, einseitig Schuld zuzuweisen, eigene Beiträge zur aufgeheizten Stimmung zu leugnen und sich dabei als Opfer darzustellen. Der Artikel von Aaron Blake legt offen, wie selektiv Trump und seine Unterstützer mit Fakten umgehen – und wie dringend nötig eine ehrlichere und verantwortungsvollere Auseinandersetzung mit politischer Gewalt wäre.

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