. Donald Trumps größter Wahlerfolg könnte sich für die Republikaner schon bald als größte Gefahr erweisen. Der Präsident gewann 2024 auch deshalb, weil er viele bislang wahlmüde Bürger mobilisierte – vor allem junge, nichtweiße Männer ohne Collegeabschluss. 2026 steht nun die Frage im Raum: Werden diese Wähler auch bei den Kongresswahlen an die Urnen gehen?
Die Herausforderung erinnert an Barack Obama: Auch er profitierte in seinen Präsidentschaftswahlen von einer hohen Beteiligung unregelmäßiger Wähler, doch bei den Midterms 2010 und 2014 brach deren Unterstützung ein – mit schweren Niederlagen für die Demokraten.
Zwar müssen die Republikaner 2026 weniger umkämpfte Sitze verteidigen als damals die Demokraten. Doch angesichts knapper Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat könnten schon geringe Verluste die Kontrolle kosten.
Umfragen zeigen zudem, dass Trumps Zustimmungswerte – insbesondere bei Hispanics, jungen Männern und nichtweißen Wählern – unter seinem Wahlergebnis von 2024 liegen. Demokraten hoffen deshalb auf ein Szenario ähnlich den Obama-Jahren: dass die unregelmäßig wählenden „Trump-Neulinge“ 2026 fernbleiben.
Allerdings hat sich die Dynamik der Midterms verändert. Während Republikaner früher von hoher Beteiligung gebildeter weißer Wähler profitierten, neigen diese inzwischen eher den Demokraten zu. Umgekehrt gelang es Trump, neue Milieus zu erschließen, die traditionell kaum wählen. „Trump ist optimiert für diese Art von Wählerschaft“, analysierte der republikanische Meinungsforscher Patrick Ruffini.
Ob es den Republikanern gelingt, diese volatilen Gruppen bei den Midterms erneut zu mobilisieren, bleibt offen. Für die Demokraten liegt die Herausforderung darin, die eigenen verlässlichen Wähler nicht als sicher gegeben anzusehen – und aus einem möglichen Erfolg 2026 nicht voreilig falsche Schlüsse für 2028 zu ziehen.
Kommentar hinterlassen