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Analyse der Bilanz der Haferkater Purpose GmbH aus Anlegersicht

Tumisu (CC0), Pixabay
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📊 Finanzanalyse – Überblick

Bilanzsumme (Ende 2023): 64.135 €
Eigenkapitalquote: ca. 98,6 % → sehr solide Eigenkapitalbasis
Jahresfehlbetrag: -1.767 € → kleiner operativer Verlust im Startzeitraum


âś… Positiv aus Anlegersicht

  1. Solide Kapitalausstattung:
    Das Eigenkapital beträgt 63.233 € von insgesamt 64.135 € Bilanzsumme. Die Eigenkapitalquote liegt bei ca. 98,6 %, was auf ein äußerst geringes Fremdfinanzierungsrisiko hinweist.

  2. Hoher Liquiditätsanteil:
    Das gesamte Umlaufvermögen besteht aus Barmitteln (64.135 €) – das Unternehmen ist also komplett liquide, was für kurzfristige Zahlungsverpflichtungen Sicherheit bietet.

  3. KapitalrĂĽcklage:
    Eine Kapitalrücklage von 40.000 € zeigt, dass über das gezeichnete Kapital hinaus Mittel eingebracht wurden – das kann auf Vertrauen von Gesellschaftern oder Investoren hinweisen.

  4. Kaum Verbindlichkeiten:
    Nur 22 € Verbindlichkeiten sowie 880 € Rückstellungen – das Unternehmen ist praktisch schuldenfrei.


⚠️ Kritische Punkte / Hinweise

  1. Jahresfehlbetrag von -1.767 €:
    Zwar ist der Verlust gering und in einer Anlaufphase nicht unĂĽblich, aber es ist dennoch ein negatives Ergebnis. Anleger sollten kĂĽnftig beobachten, ob daraus ein strukturelles Defizit entsteht.

  2. Fehlende Umsatzzahlen / GuV:
    Die Bilanz allein lässt keine Aussage zur Ertragskraft des Unternehmens zu – es fehlen Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), etwa zu Umsätzen, Personalaufwand oder Betriebskosten.

  3. Noch keine operativen Vermögenswerte:
    Es gibt keine Sachanlagen, Vorräte oder Forderungen – das kann bedeuten, dass das Unternehmen noch nicht operativ tätig ist oder gerade erst beginnt.


đź§­ Fazit fĂĽr Anleger

Die Haferkater Purpose GmbH befindet sich offenbar noch in der Anlaufphase. Die Bilanz zeigt ein hohes Maß an finanzieller Stabilität und Liquidität, was Vertrauen schafft. Für eine fundierte Investitionsentscheidung fehlen jedoch wichtige Daten wie Umsätze, Geschäftsmodell und mittelfristige Pläne.

📌 Empfehlung:
Diese Bilanz vermittelt den Eindruck eines soliden Finanzstarts, doch eine Bewertung des wirtschaftlichen Potenzials und Geschäftsmodells erfordert weitere Informationen – insbesondere zur GuV und zum operativen Geschäft.

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Haferkater Purpose GmbH

Frankfurt am Main

Bericht

ĂĽber die Mittelverwendungskontrolle

zur Vermögensanlage

„Nachrangdarlehen_​Haferkater_​Purpose_​GmbH_​8,50%_​2023_​2030“

der Haferkater Purpose GmbH

(Veröffentlichungsdatum: 15. Dezember 2023)

Auftrag und AuftragsdurchfĂĽhrung

Mit Vertrag vom 12. Dezember 2023, zuletzt geändert am 5. November 2024, wurde ich, Wirtschaftsprüfer Steuerberater Martin Jäschke, Leibnizstraße 23a, 04105 Leipzig (im Folgenden „Mittelverwendungskontrolleur“), von der Haferkater Purpose GmbH, Eberswalder Straße 26, 10437 Berlin, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter HRB 132382 (im Folgenden „Emittent“, „Emittentin“ oder „Gesellschaft“) beauftragt, die Aufgaben des Mittelverwendungskontrolleurs wahrzunehmen und die Mittelverwendungskontrolle gemäß § 5c Vermögensanlagegesetz (VermAnlG) für eine Vermögensanlage nach § 1 Abs. 2 Nr. 4 VermAnlG durchzuführen. Die Emittentin hat ein Mittelverwendungskonto einzurichten, über das sie nur zusammen mit dem bestellten Mittelverwendungskontrolleur verfügen darf. Der Mittelverwendungskontrolleur darf einer Verwendung der eingeworbenen Anlegergelder durch die Emittentin erst zustimmen, wenn die im Vertrag über die Mittelverwendungskontrolle festgelegten Voraussetzungen vorliegen. Nach der Freigabe hat der Mittelverwendungskontrolleur zu kontrollieren, ob die freigegebenen Mittel aus der Vermögensanlage entsprechend dem im Vertrag festgelegten Verwendungszweck und den übrigen dort festgelegten Bestimmungen verwendet werden. In diesem Bericht informiere ich in meiner Funktion als Mittelverwendungskontrolleur über das Ergebnis der Mittelverwendungskontrolle der Vermögensanlage „Nachrangdarlehen_​Haferkater_​Purpose_​GmbH_​8,50%_​2023_​2030“. Berichtsstichtag ist der 15. Juni 2024.

Anlageobjekt

Das Anlageobjekt wird im Vermögensanlageninformationsblatt nachfolgend beschrieben: „Anlageobjekt ist es, das eingeworbene Nachrangkapital an den (…) Projektinhaber in Form eines nicht nachrangigen Darlehens weiterzuleiten und in Höhe der Nettoeinnahmen dieser Finanzierung (…) an diesen auszuzahlen. (…) Der Projektinhaber wird die Nettoeinnahmen fĂĽr die Erhöhung seiner Liquidität zur Umsetzung seiner unternehmerischen Strategie („Vorhaben“) nutzen. Unter der Annahme der Vollplatzierung wird der Projektinhaber die Nettoeinnahmen wie folgt zur Umsetzung des Vorhabens verwenden:

―

68,03 % der Nettoeinnahmen (bis zu EUR 2.195.019,61) („Tranche 1“) sollen fĂĽr die Finanzierung der Kosten des weiteren Aufbaus der operativen Geschäftstätigkeit gemäß seinem Unternehmenszweck verwendet werden. Der Projektinhaber hat bereits neue Standorte fĂĽr die Haferkater Stores GmbH akquiriert und plant aktuell den Ausbau derselben. Die beim Projektinhaber hierzu entstandenen Kosten belaufen sich auf EUR 320.000,00 und werden durch die Nettoeinnahmen refinanziert. Daneben wird der Projektinhaber einen Teil der auf Tranche 1 entfallenden Nettoeinnahmen in Höhe von EUR 1.875.019,61 mittels eines (gesetzlich nachrangigen) Gesellschafterdarlehens (…) an die Tochtergesellschaft [des Projektinhabers] weiterleiten. (…) Die Tochtergesellschaft wird die weitergeleiteten Mittel nutzen, um den Ausbau und den Betrieb von Verkaufsstellen unter der Marke Haferkater an den Standorten Hauptbahnhof Mannheim und Potsdam in Höhe von EUR 520.000,00 zu refinanzieren und in Höhe von EUR 1.355.019,61 zu finanzieren (die ĂĽbrigen Standorte) und so das bestehende Filialnetz in Deutschland durch weitere Verkaufsstellen zu vergrößern. Aus den Nettoeinnahmen der Tranche 1 werden folgende Verkaufsstandorte finanziert: (i) EUR 260.000,00 fĂĽr den Hauptbahnhof Mannheim, Willy-Brandt-Platz 17, D-68161 Mannheim, Gesamtgröße 61,2 m2, Inbetriebnahme erfolgte im Dezember 2023; (ii) EUR 260.000,00 fĂĽr den Hauptbahnhof Potsdam, Friedrich-Engels-StraĂźe 99, D-14473 Potsdam, Gesamtgröße 74,7 m2, Inbetriebnahme erfolgte im November 2023; (iii) EUR 110.000,00 fĂĽr den Bahnhof MĂĽnchen-Ost, Orleanspl. 11, D-81667 MĂĽnchen, Gesamtgröße 36 m2, Inbetriebnahme erfolgte im März 2024; (iv) EUR 250.000,00 fĂĽr den Hauptbahnhof Dortmund, Königswall 15, D-44137 Dortmund, Gesamtgröße 40,1 m2, voraussichtliche Inbetriebnahme im Juni 2024; (v) EUR 100.000,00 fĂĽr den Hauptbahnhof Freiburg (Breisgau), Bismarckallee 5, D-79098 Freiburg Breisgau, Gesamtgröße 23,2 m2, Inbetriebnahme erfolgte im April 2024; (vi) EUR 200.000,00 fĂĽr den Hauptbahnhof MĂĽnchen, BayernstraĂźe 10a, D-80335 MĂĽnchen, Gesamtgröße 22 m2, voraussichtliche Inbetriebnahme im September 2024; (vii) EUR 235.000,00 fĂĽr den Hauptbahnhof Duisburg, Portsmouthplatz 1, D-47051 Duisburg, Gesamtgröße 81,08 m2, voraussichtliche Inbetriebnahme erfolgt im März 2025; (viii) EUR 235.000,00 fĂĽr den S-Bahnhof Frankfurter Allee, Frankfurter Allee 111a, D-10247 Berlin, Gesamtgröße 40 m2, voraussichtliche Inbetriebnahme erfolgt im Februar 2025; (ix) EUR 225.019,61 fĂĽr den Hauptbahnhof NĂĽrnberg, Bahnhofsplatz 9, D-90443 NĂĽrnberg, Gesamtgröße 33 m2, voraussichtliche Inbetriebnahme erfolgt im Januar 2025. (…)

―

31,97 % der Nettoeinnahmen (bis zu EUR 1.031.339,89) („Tranche 2“) sollen für die Überführung des Projektinhabers in eine „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“ (umgangssprachlich „Verantwortungseigentum“) verwendet werden. Hierzu soll der Rückerwerb eigener Geschäftsanteile des Projektinhabers von seinen Bestandsgesellschaftern Katjesgreenfood GmbH, ZENTIS Ventures GmbH und Exypnos Consulting Ltd. („Bestandsgesellschafter“) und damit verbundene Rechtanwaltskosten in Höhe von EUR 35.000,00 refinanziert werden.“

PrĂĽfungsergebnisse zum Berichtsstichtag

Die Ergebnisse der PrĂĽfung, die die Verwendung der Mittel (MV) auf Ebene der Emittentin (1. Ebene), der Projektinhaberin (2. Ebene) und der Tochtergesellschaft der Projektinhaberin (3. Ebene) umfassen, werden nachfolgend zusammengefasst:

Höhe der eingesammelten Anlegergelder 1.786.221,02 EUR
Höhe der davon in Anlageobjekte investierten Anlegergelder 1.274.007,40 EUR
Höhe der Anlegegelder, welche für sonstige Ausgaben verwendet wurden 127.565,12 EUR

Aufzählung der sonstigen Ausgaben und Beschreibung der Verwendung der Anlegergelder für die sonstigen Ausgaben:

1. Vermittlungsprovision der Plattformbetreiber in Höhe von 3,0 % (netto) des eingeworbenen Nachrangkapitals zzgl. Umsatzsteuer (MV 1. Ebene) 63.768,09 EUR
2. Setup- und Marketing-Gebühr des Plattformbetreibers 1 in Höhe von 3,02 % (netto) des eingeworbenen Nachrangkapitals zzgl. Umsatzsteuer (MV 1. Ebene) 53.013,00 EUR
3. Zahlungsdienstleister-Vergütung des Zahlungsdienstleiters in Höhe von 0,25 % (netto) des eingeworbenen Nachrangkapitals (Teilbetrag in Höhe von 3.238.700,00 EUR) zzgl. Umsatzsteuer (MV 1. Ebene) 4.974,85 EUR
4. Vergütung des Mittelverwendungskontrolleurs in Höhe von 0,3 % (netto) des eingeworbenen Nachrangkapitals zzgl. Umsatzsteuer (MV 1. Ebene) 5.809,18 EUR

Aufzählung und Beschreibung der bereits erworbenen Anlageobjekte oder der Rechte daran oder der bereits gepachteten Anlageobjekte:

1. Kosten der Akquise und Planung der neuen Standorte (MV 2. Ebene) 320.000,00 EUR
2. Kosten des Ausbaus und Betriebs der Verkaufsstellen (MV 3. Ebene):
Hauptbahnhof Mannheim, Willy-Brandt-Platz 17, 68161 Mannheim 260.000,00 EUR
Hauptbahnhof Potsdam, Friedrich-Engels-StraĂźe 99, 14473 Potsdam 260.000,00 EUR
Bahnhof MĂĽnchen-Ost, Orleanspl. 11, 81667 MĂĽnchen 110.000,00 EUR
Hauptbahnhof Dortmund, Königswall 15, 44137 Dortmund 218.057,40 EUR
Hauptbahnhof Freiburg (Breisgau), Bismarckallee 5, 79098 Freiburg Breisgau 100.000,00 EUR
Hauptbahnhof MĂĽnchen, BayernstraĂźe 10a, 80335 MĂĽnchen 5.950,00 EUR
Hauptbahnhof Duisburg, Portsmouthplatz 1, 47051 Duisburg 0,00 EUR
S-Bahnhof Frankfurter Allee, Frankfurter Allee 111a, 10247 Berlin 0,00 EUR
Hauptbahnhof NĂĽrnberg, Bahnhofsplatz 9, 90443 NĂĽrnberg 0,00 EUR
3. Kosten der ĂśberfĂĽhrung der Projektinhaberin in Verantwortungseigentum (MV 2. Ebene) 0,00 EUR
Summe der nicht investierten Anlegergelder 384.648,50 EUR

Anlegergelder gelten als eingesammelt, wenn die Nettoeinnahmen aus den Nachrangdarlehen bis zum Berichtsstichtag auf dem Mittelverwendungskonto eingegangen sind.

Die Nettoeinnahmen aus dem Nachrangdarlehen wurden auf Grundlage des Weiterleitungskreditvertrags durch Zahlungen der Emittentin am 17. April 2024 an die Projektinhaberin bzw. die Tochtergesellschaft der Projektinhaberin weitergeleitet (MV 1. Ebene).

Das dieser Vermögensanlage zugrunde liegende Vermögensanlagen-Informationsblatt wurde nach Veröffentlichung der Vermögensanlage am 15. Dezember 2023 mehrfach geändert. Die Anpassungen umfassten unter anderem die geplante Mittelverwendung, die Höhe der beiden Tranchen sowie die Höhe einzelner Transaktionskosten. Dieser Berichterstattung liegt das Vermögensanlagen-Informationsblatt in der finalen Fassung vom 31. Mai 2024 zugrunde. Wenn Transaktionskosten im Zeitpunkt ihrer Verausgabung auf Grundlage eines nicht mehr gültigen Vermögensanlagen-Informationsblatts geleistet worden sind, wurden nachträgliche Korrekturen dieser Ausgaben initiiert, um den Vorgaben der finalen Fassung des Vermögensanlagen-Informationsblatt vom 31. Mai 2024 zu entsprechen.

Nach den mir vorliegenden Unterlagen und erteilten Aussagen ist die Verwendung der Anlegergelder dem Grunde nach bisher planmäßig erfolgt. Abweichend von den Ausführung im Vermögensanlagen-Informationsblatt wurde die Zahlungsdienstleister-Vergütung jedoch auf einen Teilbetrag des eingeworbenen Nachrangkapitals in Höhe von 261.300,00 EUR nicht berechnet.

 

Leipzig, den 22. Juni 2025

 

Martin Jäschke
WirtschaftsprĂĽfer Steuerberater

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