Positive Aspekte
1. Klare Fokussierung auf Immobilien
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Das Anlagevermögen besteht zu fast 100 % aus Sachanlagen (Immobilien), konkret: eine vermietete Immobilie. Das deutet auf eine klare Unternehmensstrategie hin – die Immobilie ist der zentrale Vermögenswert.
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Der Bestand bleibt nahezu konstant (2023: 12,66 Mio. €, 2024: 12,28 Mio. €), was auf geringe außerordentliche Abschreibungen hindeutet.
2. Keine finanziellen Verpflichtungen oder Haftungen
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Es bestehen keine außerbilanziellen Haftungsverhältnisse oder finanziellen Verpflichtungen, die Investoren negativ überraschen könnten.
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Dies reduziert das latente Risiko aus Bürgschaften oder Mietverträgen mit Mindestlaufzeit.
3. Transparente Berichterstattung
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Die Bilanzierungsmethoden sind konservativ und entsprechen den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.
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Es gibt klare Angaben zu Darlehen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten – inkl. Besicherung.
⚠️ Kritikpunkte und Risiken
1. Eigenkapitalquote = 0 % – ein massives Warnsignal
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Die Gesellschaft hat kein Eigenkapital. Das gezeichnete Kapital von 25.000 € ist durch Verluste vollständig aufgezehrt.
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Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag hat sich sogar erhöht (2023: 1,44 Mio. €, 2024: 2,96 Mio. €).
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Aus Sicht eines Investors ist dies höchst bedenklich: Die Gesellschaft ist bilanziell überschuldet.
2. Hohe Verluste – operative Schwäche
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Der Jahresfehlbetrag 2024 beträgt 1,52 Mio. €, nach 2,61 Mio. € im Vorjahr. Zwar ein Rückgang, aber immer noch sehr hoch.
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Die Verlusthistorie lässt keinen nachhaltigen Turnaround erkennen. Die Ertragskraft ist offenbar weiterhin ungenügend, um selbst die Zinslast zu decken.
3. Fast alle Verbindlichkeiten kurzfristig fällig
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Die gesamten Verbindlichkeiten (16,7 Mio. €) sind innerhalb eines Jahres fällig.
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Das birgt ein erhebliches Liquiditätsrisiko, insbesondere da die Liquiditätsreserve (Bankguthaben) nur 33.800 € beträgt.
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Es ist völlig unklar, wie die Gesellschaft diese Verpflichtungen bedienen will – ohne frisches Kapital droht die Zahlungsunfähigkeit.
4. Enges Verhältnis zu Gesellschaftern
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Forderungen ggü. Gesellschaftern: 1,04 Mio. €
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Verbindlichkeiten ggü. Gesellschaftern: 464.645 €
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Diese Verflechtungen deuten auf interne Finanzierungen hin, können aber aus Investorensicht intransparent und risikobehaftet sein.
5. Managementwechsel
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Es gab mehrere Geschäftsführerwechsel im Jahr 2024/25. Häufige Wechsel im Top-Management können auf interne Probleme oder strategische Uneinigkeit hindeuten.
Gesamtwirtschaftliche Bewertung und Fazit für Anleger
🔴 Risiko- und Problemprofil
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Die bilanzielle Überschuldung, die anhaltenden Verluste und die akute Liquiditätsgefährdung lassen erhebliche Zweifel an der Fortführungsfähigkeit der Gesellschaft zu.
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Die Abhängigkeit von Gesellschafterfinanzierungen, gepaart mit geringer Transparenz über deren Zahlungsfähigkeit und -willigkeit, erhöht das Risiko.
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Das Immobilienvermögen mag wertstabil sein, aber es ist offenbar nicht ausreichend, um den laufenden Kapitaldienst oder operative Kosten zu decken.
🟡 Möglicher Hoffnungsschimmer
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Wenn es sich um ein Projekt mit langfristigem Wertzuwachs der Immobilie handelt (z. B. durch Projektentwicklung, Vermietung, Wertsteigerung am Standort Leipzig), könnte sich mittelfristig ein Turnaround lohnen – aber nur mit frischem Eigenkapital oder Umschuldung.
🟢 Anlegersicht: Empfehlung
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Für neue Investoren: Extrem hohes Risiko, nicht investitionswürdig ohne Sanierungsplan, Kapitalerhöhung oder Umstrukturierung.
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Für Bestandsinvestoren: Unbedingt Transparenz über Cashflow, Rückzahlungsfähigkeit und geplante Maßnahmen einfordern. Beteiligung an Sanierung (ggf. Debt-to-Equity-Swap) prüfen
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