Startseite Allgemeines Analyse der Bilanz der German Values Property 3 GmbH zum 31.12.2024
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Analyse der Bilanz der German Values Property 3 GmbH zum 31.12.2024

flsoprani (CC0), Pixabay
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 Positive Aspekte

1. Klare Fokussierung auf Immobilien

  • Das Anlagevermögen besteht zu fast 100 % aus Sachanlagen (Immobilien), konkret: eine vermietete Immobilie. Das deutet auf eine klare Unternehmensstrategie hin – die Immobilie ist der zentrale Vermögenswert.

  • Der Bestand bleibt nahezu konstant (2023: 12,66 Mio. €, 2024: 12,28 Mio. €), was auf geringe außerordentliche Abschreibungen hindeutet.

2. Keine finanziellen Verpflichtungen oder Haftungen

  • Es bestehen keine außerbilanziellen Haftungsverhältnisse oder finanziellen Verpflichtungen, die Investoren negativ überraschen könnten.

  • Dies reduziert das latente Risiko aus Bürgschaften oder Mietverträgen mit Mindestlaufzeit.

3. Transparente Berichterstattung

  • Die Bilanzierungsmethoden sind konservativ und entsprechen den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung.

  • Es gibt klare Angaben zu Darlehen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten – inkl. Besicherung.

⚠️ Kritikpunkte und Risiken

1. Eigenkapitalquote = 0 % – ein massives Warnsignal

  • Die Gesellschaft hat kein Eigenkapital. Das gezeichnete Kapital von 25.000 € ist durch Verluste vollständig aufgezehrt.

  • Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag hat sich sogar erhöht (2023: 1,44 Mio. €, 2024: 2,96 Mio. €).

  • Aus Sicht eines Investors ist dies höchst bedenklich: Die Gesellschaft ist bilanziell überschuldet.

2. Hohe Verluste – operative Schwäche

  • Der Jahresfehlbetrag 2024 beträgt 1,52 Mio. €, nach 2,61 Mio. € im Vorjahr. Zwar ein Rückgang, aber immer noch sehr hoch.

  • Die Verlusthistorie lässt keinen nachhaltigen Turnaround erkennen. Die Ertragskraft ist offenbar weiterhin ungenügend, um selbst die Zinslast zu decken.

3. Fast alle Verbindlichkeiten kurzfristig fällig

  • Die gesamten Verbindlichkeiten (16,7 Mio. €) sind innerhalb eines Jahres fällig.

  • Das birgt ein erhebliches Liquiditätsrisiko, insbesondere da die Liquiditätsreserve (Bankguthaben) nur 33.800 € beträgt.

  • Es ist völlig unklar, wie die Gesellschaft diese Verpflichtungen bedienen will – ohne frisches Kapital droht die Zahlungsunfähigkeit.

4. Enges Verhältnis zu Gesellschaftern

  • Forderungen ggü. Gesellschaftern: 1,04 Mio. €

  • Verbindlichkeiten ggü. Gesellschaftern: 464.645 €

  • Diese Verflechtungen deuten auf interne Finanzierungen hin, können aber aus Investorensicht intransparent und risikobehaftet sein.

5. Managementwechsel

  • Es gab mehrere Geschäftsführerwechsel im Jahr 2024/25. Häufige Wechsel im Top-Management können auf interne Probleme oder strategische Uneinigkeit hindeuten.

Gesamtwirtschaftliche Bewertung und Fazit für Anleger

🔴 Risiko- und Problemprofil

  • Die bilanzielle Überschuldung, die anhaltenden Verluste und die akute Liquiditätsgefährdung lassen erhebliche Zweifel an der Fortführungsfähigkeit der Gesellschaft zu.

  • Die Abhängigkeit von Gesellschafterfinanzierungen, gepaart mit geringer Transparenz über deren Zahlungsfähigkeit und -willigkeit, erhöht das Risiko.

  • Das Immobilienvermögen mag wertstabil sein, aber es ist offenbar nicht ausreichend, um den laufenden Kapitaldienst oder operative Kosten zu decken.

🟡 Möglicher Hoffnungsschimmer

  • Wenn es sich um ein Projekt mit langfristigem Wertzuwachs der Immobilie handelt (z. B. durch Projektentwicklung, Vermietung, Wertsteigerung am Standort Leipzig), könnte sich mittelfristig ein Turnaround lohnen – aber nur mit frischem Eigenkapital oder Umschuldung.

🟢 Anlegersicht: Empfehlung

  • Für neue Investoren: Extrem hohes Risiko, nicht investitionswürdig ohne Sanierungsplan, Kapitalerhöhung oder Umstrukturierung.

  • Für Bestandsinvestoren: Unbedingt Transparenz über Cashflow, Rückzahlungsfähigkeit und geplante Maßnahmen einfordern. Beteiligung an Sanierung (ggf. Debt-to-Equity-Swap) prüfen

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