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Analyse aus Anlegersicht: MABEWO HOLDING SE und die erneute Verzögerung des Börsenlistings

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Die MABEWO HOLDING SE hat bekannt gegeben, dass die Wiederaufnahme des Handels ihrer Aktien an der Börse erneut verschoben wird. Begründet wird dies mit ungünstigen makroökonomischen Bedingungen sowie einer aktuellen Marktpräferenz für Large-Caps und Big-Tech-Unternehmen, während Small- und Mid-Cap-Aktien gemieden werden.

Kritische Punkte für Anleger:

  1. Erneute Verzögerung des Börsengangs:

    • Investoren hatten sich auf eine Wiederaufnahme des Handels eingestellt. Die erneute Verschiebung könnte das Vertrauen erschüttern, insbesondere da bereits vorherige Ankündigungen zu Börsengängen nicht umgesetzt wurden.
    • Die Begründung, dass andere Börsengänge in den letzten zwei Jahren schlecht gelaufen sind, mag zutreffen, ändert aber nichts an der Tatsache, dass Anleger seit Jahren auf Handelbarkeit der Aktien warten.
  2. Zweifel an der Liquidität und Werthaltigkeit der Aktie:

    • Die Umwandlung von Partizipationsscheinen in Stammaktien erfolgte bereits, allerdings ohne eine handelbare Aktie zur Verfügung zu stellen.
    • Ein funktionierender Handel fehlt – dies könnte für Anleger bedeuten, dass sie auf einem Papierwert sitzen, der aktuell keinen Marktpreis hat.
  3. Fehlende Transparenz über die Unternehmenszahlen:

    • Es wird von „soliden Geschäftszahlen“ gesprochen, jedoch werden keine konkreten Umsätze, Gewinne oder andere wirtschaftliche Kennzahlen genannt.
    • Wenn das Unternehmen so erfolgreich ist, warum wird dann der Börsengang verschoben?
  4. Neue Börsenpläne in Luxemburg und Wien:

    • Statt einer Wiederaufnahme des Handels in Deutschland wird nun ein Börsengang in Luxemburg und möglicherweise Wien in Aussicht gestellt.
    • Luxemburg hat eine weniger regulierte Börse als Deutschland – für Anleger könnte dies bedeuten, dass sie weniger Schutz haben.
    • Der Verweis auf XETRA Frankfurt klingt ambitioniert, aber konkrete Schritte fehlen.
  5. Widersprüchliche Aussagen zur Börsensegmentwahl:

    • Es wird darauf hingewiesen, dass der Freiverkehr ungeeignet sei, da die Preisbildung nicht direkt an Angebot und Nachfrage gekoppelt ist.
    • Gleichzeitig wird aber nicht erläutert, in welchem Marktsegment die Aktie dann tatsächlich notiert werden soll.
  6. Aussage „Im Interesse der Aktionäre“ fragwürdig:

    • Anleger haben seit Jahren investiert, um eine handelbare Aktie zu erhalten.
    • Stattdessen gibt es eine Verschiebung nach der anderen, während das Unternehmen weiterhin neue Pläne aufstellt.

Fazit aus Anlegersicht:

Die erneute Verzögerung des Handels führt zu weiterer Unsicherheit. Die Begründung, dass der Markt aktuell schlecht sei, wirkt vorgeschoben – ein seriöses Unternehmen sollte in der Lage sein, sich an Marktbedingungen anzupassen. Wichtige Fragen bleiben unbeantwortet:

  • Wann genau wird die Aktie handelbar?
  • Wo gibt es nachprüfbare Unternehmenszahlen?
  • Welche konkreten Maßnahmen werden für eine vertrauenswürdige Notierung getroffen?

Interview mit Rechtsanwalt Jens Reime

Frage: Herr Reime, MABEWO hat erneut den Börsengang verschoben. Was bedeutet das für Anleger, die auf eine Handelbarkeit ihrer Aktien warten?

Jens Reime: Grundsätzlich ist eine solche Verschiebung für Investoren immer problematisch. Wer in Aktien oder zuvor in Partizipationsscheine investiert hat, tut dies mit der Erwartung, dass ein Markt für den Handel besteht. Wenn dieser Markt fehlt, haben Investoren nur eine theoretische Beteiligung, die sie praktisch nicht zu Geld machen können.

Frage: Die Begründung lautet, der Markt sei für Small-Caps aktuell schwierig. Ist das ein legitimes Argument?

Jens Reime: Natürlich sind Marktbedingungen immer relevant, aber seriöse Unternehmen gehen dennoch an die Börse oder bleiben dort notiert. Zudem gibt es keine Garantie, dass sich die Lage in einem Jahr oder später verbessert. Wenn MABEWO wirklich überzeugt wäre, dann würde man den Handel starten – es sei denn, es gibt andere Gründe für die Verzögerung.

Frage: Könnte es rechtliche Konsequenzen geben, falls Investoren nun klagen wollen?

Jens Reime: Möglich. Entscheidend ist, welche Versprechen im Vorfeld gemacht wurden. Falls Investoren unter der Annahme investiert haben, dass es eine baldige Börsennotierung gibt, und diese nun systematisch verschoben wird, könnte man zumindest prüfen, ob es hier Täuschungstatbestände gibt.

Frage: Was raten Sie Anlegern jetzt?

Jens Reime: Erstens, alles dokumentieren – insbesondere, welche Aussagen von MABEWO gemacht wurden. Zweitens, sich mit anderen Investoren zusammenschließen, um mögliche rechtliche Schritte gemeinsam zu prüfen. Drittens, nicht weiter investieren, solange keine klare Handelbarkeit gegeben ist. Anleger sollten jetzt kritisch hinterfragen, ob MABEWO wirklich liefern kann oder ob hier nur auf Zeit gespielt wird.


Empfehlung für Anleger und Vermittler:

  • Anleger sollten prüfen, ob sie rechtliche Schritte einleiten können – insbesondere, wenn es in Verkaufsunterlagen konkrete Versprechen zur Börsennotierung gab.
  • Vermittler müssen Kunden informieren, dass die Aktie derzeit nicht handelbar ist und es keine gesicherten Aussagen gibt, wann dies der Fall sein wird.
  • Keine weiteren Investitionen, solange die Handelbarkeit nicht gesichert ist.

Fazit:

MABEWO hat den Börsengang erneut verschoben – diesmal mit der Begründung, dass der Markt ungünstig sei. Anleger sitzen weiterhin auf nicht handelbaren Aktien, während das Unternehmen neue Pläne schmiedet.
Rechtsanwalt Jens Reime rät dazu, genau zu prüfen, ob hier rechtliche Schritte möglich sind, und warnt davor, weiteres Geld zu investieren. Transparenz sieht anders aus.

 

Originalmeldung der MABEWO

Betreff: Börsenlisting und Wiederaufnahme des Handels unserer Aktien – Ein Update für unsere Aktionäre

 

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

wir informieren Sie heute über eine wichtige Entscheidung, die die geplante Wiederaufnahme des Handels unserer Aktien an der Börse betrifft. Aufgrund der aktuellen makroökonomischen Rahmenbedingungen haben wir uns dazu entschlossen, diesen Schritt vorerst zu verschieben.

Wie Sie möglicherweise wissen, dominiert derzeit ein klarer Trend die Kapitalmärkte:

  • Das Börsenumfeld ist aktuell von USA über Asien bis Europa generell von Unsicherheit geprägt.
  • Das Kapital fließt überwiegend in die sogenannten Large-Caps und Big-Tech-Unternehmen.
  • Small- und Mid-Cap-Aktien, insbesondere in Deutschland, werden von Investoren momentan weitgehend gemieden.
  • Trotz sehr solider Geschäftszahlen der Unternehmen in den Börsensegmenten für Nebenwerte sind deren Bewertungen weiterhin deutlich unter den Höchstständen der letzten Jahre.
  • Einstellige Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV), während der historische Schnitt in diesem Segment jenseits von 15 liegt.

Zusätzlich sehen wir, dass Unternehmen, die in den letzten zwei Jahren den Schritt an die Börse gewagt haben, teilweise deutlich unter ihrem Ausgabepreis oder der Erstnotiz notieren – mit lediglich einer Ausnahme. Dies wollen wir Ihnen als Aktionären nicht zumuten, da es unserem jungen Unternehmen in Bezug auf die Reputation mehr schaden als nutzen würde.

Wie Sie möglicherweise in Finanz- und Wirtschaftszeitungen gelesen haben, werden derzeitig Kauf-Empfehlungen für den sogenannten Markt der Nebenwerte gegeben, weil die Einstiegspreise günstig seien. MABEWO sollte daher mit einem Handel der Aktie warten bis die Kurse in diesem Marktsegment – wie bis vor 3 Jahren – wieder kontinuierlich steigen.

Zusätzlich haben wir nach vielen Gesprächen mit weiteren Investmentberatern die Erkenntnis gewonnen, dass wir die MABEWEO Aktie nicht im sogenannten Freiverkehr notieren lassen sollten. Die Preisbildung dort findet in der Regel nur einmal am Tag statt und wird von den Scrontoführern festgesetzt und ist daher nicht direkt an Angebot und Nachfrage gekoppelt.

Stattdessen möchten wir als MABEWO HOLDING SE den Fokus in diesem Jahr auf unsere zentralen Aufgaben legen, insbesondere den erfolgreichen Markteintritt in den verschiedenen Geschäftsbereichen, wie wir es in unserem letzten Newsletter dargelegt haben. So können wir uns gezielt darauf konzentrieren, den Kapitalmarkt-Investoren belastbare Umsatz- und Ertragszahlen vorzulegen und damit unserer Wachstumsstory zusätzliche Dynamik verleihen.

Selbstverständlich setzen wir uns weiterhin mit Hochdruck dafür ein, die Wiederaufnahme des Handels zum richtigen Zeitpunkt und mit der notwendigen Weitsicht voranzutreiben. In diesem Zusammenhang stehen wir im regelmäßigen Austausch mit erfahrenen Kapitalmarktakteuren und folgen deren Ratschlägen.

Wir beabsichtigen daher noch in diesem Jahr einen Börsengang zuerst an unserem Heimatsitz in Luxemburg vorzunehmen und auch weitere Börsenplätze wie z.B. Wien mit einzubeziehen. Die Börsensegmente werden so gewählt, dass problemlos auch der Handel im XETRA an der Frankfurter Börse möglich ist. Dies ist der Marktplatz mit dem grössten Handelsvolumen.

Wir sind zusammen mit unseren Beratern der Meinung, dass daher nicht nur die zeitliche Verschiebung, sondern auch die Notierung an anderen Marktplätzen und in anderen Segmenten der richtige Weg ist, um bei der künftigen Kursbildung erfolgreich sein zu können.

Auch wenn dies für uns einen deutlichen Mehraufwand bedeutet, so tun wir dies vor allem auch im Interesse unserer Aktionäre. Dazu gehört ebenso selbstkritisch zu erkennen, dass es – um erfolgreich zu sein – notwendig sein kann, einen anderen Weg einzuschlagen und Veränderungen an ursprünglichen Plänen vorzunehmen.

Wir haben dies bei unseren Produktentwicklungen getan und immer wieder auf alle Herausforderungen von aussen reagiert. In Bezug auf die Positionierung und die Schärfung des Geschäftsmodells war das durchaus auch von Vorteil, in der Produktentwicklung verfügen wir über ein innovatives, einzigartiges Portfolio.

In gleicher Weise wollen wir das auch beim Börsengang bzw. der Wiederaufnahme des Handels halten. Dieser ist in keinem Falle abgesagt – wir gehen nun einen anderen, zielführenden Weg, um auch dieses Vorhaben erfolgreich zu gestalten.

Das führt zu einer zeitlichen Verschiebung, die aber im Interesse aller ist. Wir können Ihnen versichern, dass wir in diesem Jahr mit allen unseren Ressourcen an der Umsetzung der vorstehend beschriebenen Vorgehensweise arbeiten. Unser klares Ziel ist ein erfolgreicher Börsengang und zufriedene Aktionäre

Mit freundlichen Grüssen

Jörg Trübl
President of the Board

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