Amazon hat sich offiziell dem neuesten Hobby der Tech-Elite angeschlossen: dem hemmungslosen Investieren in künstliche Intelligenz – koste es, was es wolle.
Am Donnerstag gab der Konzern bekannt, dass er 2026 ganze 200 Milliarden US-Dollar in sein Geschäft pumpen will – ein Großteil davon fließt in KI-Projekte, Chips, Roboter und eine kleine Armada von Satelliten im niedrigen Erdorbit. Zum Vergleich: Letztes Jahr waren es „nur“ 125 Milliarden.
Die Börse fand das weniger beeindruckend. Die Amazon-Aktie rauschte nachbörslich um über 11 % nach unten. Offenbar sind selbst bei der Aussicht auf KI-gesteuerte Kühlschränke und Paketdrohnen nicht alle Investoren zum Mitsingen bereit.
„Ungewöhnliche Chance“ – oder gewöhnlich teurer Größenwahn?
Amazon-CEO Andy Jassy gab sich auf einem Analystencall geradezu messianisch. KI sei „eine ungewöhnliche Gelegenheit“ und werde „jede Kundenerfahrung neu erfinden“. Er sprach von „aggressiven Investitionen“ – was in Tech-CEO-Sprache so viel heißt wie: Stellt euch auf Stellenabbau ein, aber hey, wir kaufen neue Server!
Amazon hat allein letzte Woche 16.000 Stellen gestrichen – nachdem bereits im Oktober 14.000 Jobs gefallen waren. Parallel kündigt man an, 200 Milliarden rauszuhauen. Prioritäten, aber effizient eben.
Big Techs neue Lieblingsausrede: KI
Amazon ist nicht allein im Ausgabentaumel. Auch Meta, Google und Microsoft werfen mit Kapital um sich, als wären GPU-Cluster das neue Gold.
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Meta-CEO Mark Zuckerberg kündigte an, dieses Jahr bis zu 135 Milliarden Dollar auszugeben – fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Seine Begründung: KI sei großartig, aber zum Glück brauche man weniger Menschen, um große Projekte umzusetzen.
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Google-Chef Sundar Pichai setzt noch eins drauf: Über 185 Milliarden Dollar sollen es 2026 werden – vor allem für Rechenzentren und KI-optimierte Server. Stromrechnung folgt.
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Microsoft hat zwar keine konkrete Summe genannt, aber bereits 72 Milliarden Dollar in Personal und Infrastruktur gesteckt – offenbar in der Hoffnung, dass niemand merkt, wie teuer „künstliche Intelligenz“ in echt ist.
Realität: KI kostet – und liefert noch wenig
Trotz großer Worte und glitzernder Zukunftsvisionen haben die Aktien von Meta, Microsoft, Google und Amazon zuletzt nachgegeben. Die Anleger scheinen zu fragen: Und wo genau ist jetzt eigentlich der Gewinn?
Selbst der S&P 500, der all diese Firmen mitführt, rutschte am Donnerstag um über 1 % ab – nicht dramatisch, aber eben auch kein Vertrauensbeweis. Noch letzte Woche hatte der Index ein Allzeithoch gefeiert. Die Party scheint erstmal vorbei.
Fazit: Billionenvisionen, Milliardenverluste
Wenn Tech-Konzerne Milliarden investieren und gleichzeitig Mitarbeiter entlassen, während sie von einer KI-Zukunft schwärmen, die „alles verändert“, dann klingt das weniger nach Strategie und mehr nach einem sehr teuren Selbstversuch.
Oder wie Andy Jassy es formulieren würde: „Es ist eine ungewöhnliche Gelegenheit.“
Nur eben vielleicht nicht für alle.
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