Amazon hat in Kalifornien ein neues Hightech-Gadget vorgestellt: eine KI-gestützte Smart-Brille namens „Amelia“, die künftig den Alltag von Lieferfahrern erleichtern soll. Statt Musik zu hören oder Fotos für Instagram zu machen, soll diese Brille Pakete effizienter ans Ziel bringen – und vermutlich auch gleich noch jeden Schritt des Fahrers mitprotokollieren.
Die Brille ist mit einer Kamera, einem Mini-Display und Sprachsteuerung ausgestattet und arbeitet mit einer Weste zusammen, auf der sich ein Knopf befindet. Ein Druck genügt, und das System fotografiert die abgelieferte Sendung – quasi der Lieferschein fürs Auge.
„Wir testen das System bereits an mehreren Standorten mit Hunderten Fahrern in den USA“, sagte Beryl Tomay, Amazons Vizepräsidentin für Transportlogistik. Das Ziel: weniger Sucherei im Lieferwagen, weniger Fehler – und natürlich mehr Effizienz.
In der Praxis bedeutet das: mehr Daten, weniger Denkzeit. Die Brille zeigt den Fahrern Adressen und Routen direkt im Sichtfeld an. Befindet sich der Träger im fahrenden Fahrzeug, schaltet sich das Display automatisch ab – offiziell aus Sicherheitsgründen, inoffiziell wohl auch, damit Amazon später keine Unfallvideos auswerten muss.
Laut Amazon sollen die smarten Brillen bis zu 30 Minuten Zeit pro Schicht einsparen. Dafür, so Tomay, hätten Fahrer bereits „echte Lieferungen an Kunden“ mit dem System durchgeführt.
Ob die Brille irgendwann auch für Endverbraucher auf den Markt kommt, ließ Amazon offen. Angesichts des Datenschutzpotenzials dürfte die Begeisterung der EU-Datenschützer jedenfalls überschaubar bleiben.
Parallel präsentierte der Konzern noch einen neuen Roboterarm, der in Lagerhäusern Pakete sortiert, sowie ein KI-System, das Abläufe analysiert und Mitarbeitenden „Vorschläge zur Effizienzsteigerung“ liefert – also vermutlich Tipps wie: „Mach schneller.“
Während Meta mit Ray-Ban-Brillen das Freizeitpublikum anpeilt, setzt Amazon auf die Logistik-Front. Eine Brille, die dem Fahrer sagt, wo das nächste Paket liegt – und dem Chef, wo der Fahrer steht.
So könnte „Amelia“ am Ende weniger eine smarte Helferin als vielmehr die perfekte Überwachungsassistentin werden – immer dabei, immer online, immer für Amazon da.
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