Online-Shopping boomt, und mit ihm die Retourenflut. Millionen Pakete gehen täglich zurück – für Händler ein Milliardengeschäft mit ebenso hohen Kosten. Für Kunden dagegen ist die Rückgabe oft nervig: zur Post laufen, Paketstation suchen, Schlangen stehen.
Jetzt hat Amazon eine neue Option eingeführt, die diesen Aufwand (angeblich) ersparen soll – und obendrein ein paar Euro Gutschrift verspricht.
So funktioniert’s
Meldet man eine Retoure an, erscheint neben der Standard-Option plötzlich ein neuer Button: „Stattdessen eine Teilrückerstattung erhalten“. Das heißt:
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Der Kunde behält die Ware.
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Amazon überweist dafür einen kleinen Betrag zurück – meist zwischen 2 und 3 Euro.
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Will man sich später doch umentscheiden, kann die Ware innerhalb der normalen Rückgabefrist trotzdem noch zurückgeschickt werden. Der bereits erstattete Teilbetrag wird dann einfach abgezogen.
Amazons Argumente
Gegenüber Golem erklärt Amazon, man wolle damit Zeit und Aufwand sparen und zugleich die Umwelt schonen. Weniger Transporte bedeuten weniger Emissionen – und weniger Kosten für Amazon selbst.
Wo der Haken liegt
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Die Höhe der Gutschrift ist intransparent. Amazon verrät nicht, nach welchen Kriterien die Beträge festgelegt werden.
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Nicht jedes Produkt ist dabei. Ein Algorithmus entscheidet automatisch, bei welchen Artikeln die Teilrückerstattung angeboten wird.
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Mini-Beträge. In den meisten Fällen gibt es gerade mal ein paar Euro zurück. Für viele Kunden dürfte sich die „Belohnung“ kaum lohnen.
Cleverer Schachzug – oder Ablenkung?
Amazon spart mit jedem vermiedenen Rücktransport bares Geld – bei den gigantischen Retourenmengen geht es um Millionen. Für Kunden bleibt die Frage: Handelt es sich hier um eine smarte Win-win-Idee oder am Ende nur um einen freundlich verpackten Kostenspartrick des Online-Giganten?
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