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Alysa Lius Vater spricht nach Olympia-Gold über Stolz und Zweifel

daniel_diaz_bardillo (CC0), Pixabay
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Keine 24 Stunden nach dem größten Triumph seiner Tochter schwankte Arthur Liu zwischen Stolz und Selbstzweifeln.

Am 19. Februar gewann Alysa Liu bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand die Goldmedaille im Eiskunstlauf der Frauen. Während eines exklusiven Gesprächs zeigte sich ihr Vater glücklich – doch zugleich nachdenklich. Einige Entscheidungen aus der Vergangenheit bereiten ihm bis heute Gewissensbisse.

Rückblickend glaube er, Fehler gemacht zu haben, sagte Arthur Liu. Besonders ein Trainerwechsel kurz bevor Alysa sich mit 16 Jahren vom Eiskunstlauf zurückzog, beschäftige ihn noch immer. „Im Nachhinein denke ich, dass das ein Fehler war“, sagte er. Seine Tochter habe damals begonnen, den Sport nicht mehr zu mögen – bis sie schließlich ganz aufhörte.

Auch der Umzug nach Colorado Springs vor den Olympischen Spielen 2022 in Peking sei schwierig gewesen. Dort trainierte sie am Hauptsitz des US-Eislaufverbands. Liu ließ seine Tochter dort zurück, während er selbst mit seiner Anwaltskanzlei und der Erziehung von fünf Kindern stark eingespannt war. Alysa ist die Älteste.

„In dieser Zeit war ich nicht wirklich für sie da“, sagte er. Sie habe Heimweh gehabt und sei unglücklich gewesen. Er selbst habe gedacht: Wenn ich mit 14 ins Internat gehen konnte und es geschafft habe, dann schafft sie das auch. „Ich wusste nicht, dass sie es so sehr hasste – bis sie wieder nach Hause kam.“

„Mach es auf deine Art“

Mit 18 Jahren kehrte Alysa Liu zum Eiskunstlauf zurück – diesmal zu ihren eigenen Bedingungen. „Ich komme zurück, aber zu meinen Regeln“, habe sie ihm gesagt, erinnert sich ihr Vater.

Er habe zugestimmt. Als Vater wolle er sie unterstützen, aber irgendwann müsse sie ihren eigenen Weg gehen. Gleichzeitig sei es für ihn eine Erleichterung gewesen, Verantwortung abzugeben. „Es hat ein bisschen wehgetan, das zu hören. Aber genau das wollte ich doch: dass sie unabhängig wird.“

Arthur Liu legte schließlich seine Rolle als Manager nieder. Heute sei sie von einem guten Team umgeben. „Ich habe meinen Teil getan. Jetzt muss ich mich auch um meine anderen vier Kinder kümmern“, sagte er.

Der große Moment in Mailand

Während des Wettkampfs saß die Familie in der Mailänder Eishalle in Block 28, Reihe 2. Alysa entdeckte ihre Familie schon beim Aufwärmen. Später formte sie mit den Fingern kleine Herzen in ihre Richtung.

„So ist sie“, sagte ihr Vater. Schon bei früheren nationalen Wettbewerben habe sie immer gewusst, wo er im Stadion saß.

Nach dem Wettbewerb wartete die Familie bis zum Nachmittag, um Alysa kurz zu treffen. Rund 20 Freunde und Verwandte waren gekommen. „Viele Umarmungen und viele Fotos“, berichtete Arthur Liu.


Vertrauen statt Medaillenfixierung

Während der Kür sei er nur leicht nervös gewesen. „Ich vertraue ihr“, sagte er. Für ihn gehe es weniger um Platzierungen oder Medaillen, sondern darum, zwei gute Programme zu zeigen – das Kurzprogramm und die Kür.

Als Alysa nach ihrer Darbietung in Führung ging, standen mit den Japanerinnen Ami Naka und Kaori Sakamoto noch starke Konkurrentinnen aus. „Man weiß nie“, sagte er. Doch am Ende stand fest: Alysa Liu ist Olympiasiegerin – die erste US-amerikanische Eiskunstlauf-Olympiasiegerin seit 2002.

Zurück zur Freude am Sport

Arthur Liu erinnerte sich auch an die Anfänge. Als Alysa mit dem Eislaufen begann, waren zwei ihrer Geschwister oft dabei. „Sie hatten einfach Spaß, spielten Fangen auf der Eisbahn, versteckten sich, freundeten sich mit anderen an“, erzählte er. Genau das wünsche man sich als Eltern: Freude.

Und genau diese Freude habe er nun wieder in Mailand gesehen. Nach schwierigen Jahren und einer Pause wirkte Alysa gelöst und glücklich. „Sie freut sich über das Publikum und will einfach eine gute Leistung zeigen“, sagte ihr Vater.

Am Ende stand nicht nur eine Goldmedaille – sondern auch die Gewissheit, dass Alysa ihren eigenen Weg gefunden hat.

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