Der Lebensmittelkonzern Danone hat in Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden einen weiteren großflächigen Rückruf von Säuglingsnahrung veranlasst. Betroffen sind über 90 Chargen der Marken Aptamil und Milumil, die auch in Deutschland, der Schweiz und Frankreich im Handel waren.
Der Rückruf erfolgt aufgrund neuer Richtlinien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zum gesundheitsschädlichen Cereulid-Toxin, das in Milchpulver vorkommen kann.
Neuer Schwellenwert für Toxin Cereulid
Cereulid ist ein von Bakterien gebildetes, hitzestabiles Toxin, das selbst durch Erhitzen beim Zubereiten nicht zerstört wird. Besonders für Säuglinge kann es gefährlich sein, da es bereits in geringen Mengen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen kann – meist innerhalb von 30 Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr.
Die EFSA hat kürzlich neue wissenschaftliche Leitlinien veröffentlicht und eine akute Tageshöchstdosis von 0,014 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht für Säuglinge empfohlen. Überschreitungen des festgelegten Grenzwerts von 0,054 Mikrogramm pro Liter in Säuglingsmilch gelten laut EFSA als gesundheitsbedenklich.
Rückruf durch Marktamt Wien ausgelöst
In Österreich hatte das Wiener Marktamt mehrere Produkte im Handel getestet und dabei erneut positive Ergebnisse auf das Bacillus-cereus-Toxin festgestellt. Diese Erkenntnisse führten zur sofortigen Rückrufaktion.
Die betroffenen Hersteller wurden verpflichtet, eine vollständige Unbedenklichkeitsprüfung vorzulegen, bevor die Produkte wieder in den Handel gelangen dürfen.
Diese Produkte sind betroffen
Aptamil (mehr als 80 Chargen betroffen):
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Aptamil Pronutra Pre 800g, 700g und 400g
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Aptamil Pronutra 1 und 2 (jeweils 800g)
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Aptamil Profutura duoAdvance Pre, 1 und 2 (jeweils 800g)
Milumil (11 Chargen betroffen):
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Milumil Pre 800g (acht Chargen)
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Milumil 1 800g (drei Chargen)
Verbraucherhinweis
Das Marktamt und die Gesundheitsbehörden raten dringend davon ab, betroffene Produkte weiter zu verwenden. Eltern, die entsprechende Packungen zu Hause haben, sollten diese nicht mehr verwenden und sich an die Verkaufsstellen oder den Hersteller wenden.
Danone erklärte, der Rückruf erfolge rein vorsorglich auf Basis der neuen EFSA-Richtlinien. Man arbeite mit Hochdruck daran, alle betroffenen Produkte aus dem Verkehr zu ziehen.
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