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A23a: Der Eisberg gibt auf – live und in Farbe

ELG21 (CC0), Pixabay
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Traurige Nachrichten vom Südatlantik: Der einst stolze Riese unter den Eisbergen, A23a – 1986 geboren, 2000 entkorkt, 2023 ausgebüxt – steht offenbar kurz vor seinem endgültigen Dahinschmelzen. Auf einer neuen Satellitenaufnahme der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) ist nun dokumentiert, was Klimaforscher seit Jahren prophezeien und Gletscherflüsterer schon ahnten: Der gute alte A23a löst sich langsam, aber sicher auf. RIP, du kalter Koloss.

Das Satellitenbild – ein seltener Schnappschuss ohne Wolkenfilter – zeigt hellblaue Pfützen auf seiner Oberfläche. Nicht etwa fancy Polargraffiti oder neue Airbnb-Pools für Pinguine, sondern schlicht und ergreifend Schmelzwasserbecken. Laut ESA sind das klare Anzeichen dafür, dass A23a langsam den Löffel… pardon, die Scholle abgibt.

Ein Leben zwischen Bodenhaftung und Drift

A23a hatte ein bewegtes Leben. 1986 brach er sich todesmutig vom antarktischen Festland los – genauer gesagt vom Filchner-Ronne-Schelfeis – nur um dann erst mal 14 Jahre am Meeresboden festzukleben. Ambitioniert, aber irgendwie unbeweglich – eine Art Eisberg unter den Sesselpupsern. Erst im Jahr 2000 raffte sich der Riese auf und trieb jahrzehntelang ohne klare Richtung durch die südlichen Meere, ein einsamer Gigant im Strudel der Ozeane.

Im November 2023 dann die große Flucht: A23a ließ die Antarktis hinter sich und dümpelte seither durch den Südatlantik. Sein letzter bekannter Aufenthaltsort: rund 150 Kilometer nordwestlich von Südgeorgien – der Insel, nicht der US-Bundesstaat.

Größe ist eben auch nicht alles

Von seinen einst imposanten 4.000 Quadratkilometern ist nur noch ein trauriger Rest von etwa 1.000 übrig – ein Schrumpfungsprozess, der selbst jedem Fitnessinfluencer Angst machen würde. Ganze drei Viertel seiner stolzen Ausmaße sind bereits im Meer verpufft, Opfer von warmen Strömungen, steigenden Temperaturen und einer Welt, die für Eisberge einfach zu heiß geworden ist.

Aber keine Sorge, sagt die ESA, das sei ganz normal. Eisberge, die es so weit nach Norden schaffen, zerfallen eben irgendwann. Ist halt der Preis für Abenteuerlust.

Ein letztes Treiben Richtung Vergessen

A23a ist jetzt auf Kurs Richtung endgültiger Auflösung. Wie so viele seiner Kollegen vor ihm wird er bald völlig verschwinden – wahrscheinlich ohne Denkmal, ohne Hashtag, aber immerhin mit einem gestochen scharfen Abschiedsbild aus dem All.

Man darf gespannt sein, ob wenigstens ein kleiner Eiswürfel von ihm es noch in irgendeinen wissenschaftlichen Whisky schafft. Oder ob sein letztes Kapitel einfach untergeht – so still, wie Schmelzwasser nun mal ist.

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