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Fed-Direktorin Lisa Cook: Dokument entlastet sie in Hypothekenaffäre – politischer Machtkampf spitzt sich zu

geralt (CC0), Pixabay
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Ein neu aufgetauchtes Dokument zur Kreditschätzung einer Immobilie in Atlanta könnte die unter Druck stehende US-Notenbankerin Lisa Cook in der laufenden Betrugsaffäre entscheidend entlasten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurde das fragliche Haus von Cook klar als „Ferienhaus“ deklariert – ein Hinweis, der dem zentralen Vorwurf von Präsident Donald Trump widersprechen könnte.

Trump hatte Lisa Cook beschuldigt, Hypothekenbetrug begangen zu haben, indem sie zwei Immobilien – eine in Georgia, eine in Michigan – gleichzeitig als Hauptwohnsitz angegeben habe. Solche Doppelangaben können steuerliche Vorteile und günstigere Hypothekenkonditionen zur Folge haben. Die Finanzaufsicht FHFA unter Leitung von Bill Pulte hatte den Fall an das Justizministerium übergeben, woraufhin Trump die sofortige Entlassung Cooks anordnete.

Immobilienexperten stützen Cooks Version

Zwei unabhängige Immobiliengutachter, die das Dokument geprüft haben, erklärten gegenüber Reuters, dass es keine Hinweise auf vorsätzlichen Betrug gebe – im Gegenteil: Die Deklaration als Ferienhaus scheine die Darstellung von Cook zu bestätigen, die jegliches Fehlverhalten wiederholt bestritten hat.

Cook selbst war für eine Stellungnahme bisher nicht erreichbar. Ihre Anwälte haben jedoch Klage gegen die Anordnung des Präsidenten eingereicht, um ihre Entlassung zu verhindern. Sie werfen der Regierung vor, politische Motive hinter dem Vorgehen zu verstecken: Nicht ein möglicher Betrug, sondern Cooks Widerstand gegen die von Trump geforderten Zinssenkungen sei der wahre Grund für ihre Abberufung.

Sorge um Unabhängigkeit der Fed wächst

Der Fall Cook entwickelt sich damit zunehmend zu einem politischen Machtkampf, der weit über die Immobilienfrage hinausgeht. Noch nie in der Geschichte der Federal Reserve wurde ein Mitglied des Direktoriums von einem US-Präsidenten entlassen. In Finanzkreisen wächst daher die Sorge, dass die Unabhängigkeit der Zentralbank unter Druck gerät – ein Eckpfeiler der US-Wirtschaftspolitik.

Beobachter erwarten, dass der Fall vor dem Obersten Gericht landen könnte, sollte sich Trump nicht von seiner Linie abbringen lassen. Die Frage ist längst nicht mehr nur juristisch, sondern institutionell und politisch brisant: Darf ein Präsident eine Notenbankerin feuern, weil sie geldpolitisch nicht auf Linie ist? Oder wäre das ein gefährlicher Präzedenzfall, der das Vertrauen in die Fed nachhaltig erschüttert?

Die nächsten Wochen dürften entscheidend sein – für Lisa Cook, für die Unabhängigkeit der US-Notenbank, und womöglich für das Verhältnis zwischen Regierung und Zentralbank in einer angespannten wirtschaftlichen Lage.

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