Rund 46.000 Vollzeitmitglieder der US-Streitkräfte erhalten derzeit kein Gehalt – obwohl viele von ihnen weiterhin im Dienst sind. Der Grund: Der anhaltende Regierungsstillstand in den Vereinigten Staaten.
Betroffen sind sogenannte „Dual-Status-Techniker“ – eine besondere Kategorie von Nationalgarde- und Reservistenmitgliedern. Sie gelten formal als Zivilangestellte des Verteidigungsministeriums, obwohl sie täglich in Uniform zur Arbeit erscheinen und militärische Standards erfüllen müssen.
Uniform, Verantwortung – aber kein Gehalt
Die rund 46.000 Stellen sind laut Verteidigungsetat 2025 auf zentrale Funktionen verteilt: Wartung von Hubschraubern und Flugzeugen, technische Unterstützung, Waffenreparatur und Verwaltung isolierter Einheiten.
Trotz ihrer militärischen Aufgaben gelten diese Techniker als Zivilpersonal. Und genau das wird ihnen nun zum Verhängnis: Während aktive Soldaten – nach Anordnung von Präsident Donald Trump und unter Nutzung von 6,5 Milliarden US-Dollar aus anderen Etatposten – weiterhin bezahlt werden, gehen die Techniker leer aus.
„Man sieht keinen Unterschied – aber sie werden ungleich behandelt“
Kritik kommt aus dem eigenen Haus. Generalmajor a. D. Francis McGinn, Präsident des National Guard Association of the U.S., bezeichnet die Situation als unfair:
„Man kann in einer Einheit nicht erkennen, wer wer ist. Techniker und aktive Soldaten stehen Schulter an Schulter. Aber sie bekommen unterschiedliche Bezahlung und Leistungen.“
McGinn warnt: Wenn Techniker nicht bezahlt oder gar beurlaubt werden, gefährde das die Einsatzbereitschaft der Nationalgarde – etwa bei Katastropheneinsätzen oder Rettungsmissionen.
„Demoralisierend“ – Kritik aus der Technikergewerkschaft
Auch die Gewerkschaft Association of Civilian Technicians (ACT) schlägt Alarm. Deren Politikdirektor Les Hackett erklärte gegenüber USA TODAY, das Vorgehen der Trump-Regierung sei „demoralisierend“.
„Diese Menschen wollen ihren Job gut machen – und dann hören sie, ihre Arbeit sei überflüssig oder sie seien faul.“
Hackett, selbst ehemaliger Nationalgardist und Techniker, verweist auf langfristige Nachteile: Techniker haben bis 2030 keinen Anspruch auf die reguläre Militärkrankenversicherung, bekommen keine Bildungsvorteile wie das G.I. Bill und erhalten keine Veteranenversorgung für Verletzungen außerhalb der Dienstwochenenden.
Lösung: Budgetverabschiedung durch den Kongress
McGinn fordert eine schnelle politische Lösung. Am einfachsten wäre es, wenn der Kongress eine Übergangsfinanzierung verabschiedet und anschließend ein vollständiges Verteidigungsbudget aushandelt.
Bis dahin müssen Tausende Techniker weiterarbeiten – ohne zu wissen, wann sie bezahlt werden.
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