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100 verschenkte Tage

Didgeman (CC0), Pixabay
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In den ersten 100 Tagen seiner zweiten Amtszeit verfolgt US-Präsident Donald Trump ambitionierte und teils umstrittene Pläne zur territorialen Expansion und zur Umsetzung innenpolitischer Versprechen – jedoch oft mit begrenztem Erfolg.

Trump träumt offen von einer Erweiterung des US-Territoriums: Er strebt an, Grönland von Dänemark zu übernehmen, obwohl sowohl die dänische Regierung als auch die Bevölkerung entschieden ablehnen. Vice President JD Vance reiste kürzlich nach Grönland, um den Anspruch zu bekräftigen, stieß dort jedoch auf massive Ablehnung.

Weitere aggressive Vorstöße betreffen den Panamakanal, den Trump angeblich vor chinesischem Einfluss „schützen“ möchte, sowie Gaza, das er in ein Luxusresort unter US-Verwaltung umwandeln will – Ideen, die weltweit scharf kritisiert werden. Auch Kanada geriet in seinen Fokus: Trump sprach davon, das Nachbarland als neuen US-Bundesstaat „aufzunehmen“, was in Kanada wütende Reaktionen hervorrief.

Gleichzeitig scheitert Trump daran, frühere Versprechen rasch einzulösen. So erklärte er bei Amtsantritt einen „nationalen Notstand“ an der Südgrenze und kündigte Massenabschiebungen an. Tatsächlich blieben die Erfolge aus: Die Zahl der Abschiebungen blieb ähnlich niedrig wie unter Präsident Biden, zahlreiche logistische und rechtliche Hürden bremsen Trumps Pläne.

Ein besonders umstrittener Fall ist die Deportation des Salvadorianers Kilmar Abrego Garcia. Obwohl Gerichte seine Abschiebung wegen drohender Lebensgefahr untersagt hatten, wurde er dennoch nach El Salvador gebracht und in ein berüchtigtes Hochsicherheitsgefängnis eingesperrt. Trotz Gerichtsbeschlüssen weigert sich die Trump-Regierung bislang, ihn zurückzuholen. Beobachter sprechen von Missachtung der Verfassung und warnen vor einer möglichen Verfassungskrise, da die Exekutive sich zunehmend als unangreifbar präsentiert.

Auch auf internationaler Bühne zeigt Trump aggressive Tendenzen: In Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj drängte er diesen zu Zugeständnissen an Russland und ließ erkennen, dass er wenig Wert auf die Selbstbestimmung der Ukraine legt. Selenskyj weigerte sich jedoch, russische Gebietsansprüche anzuerkennen, was zum Abbruch der Gespräche führte.

Insgesamt zeichnet sich ein Bild ab, in dem Trump große, oft realitätsferne Ambitionen hegt, dabei jedoch wiederholt an rechtlichen, diplomatischen und praktischen Hindernissen scheitert. Sein Regierungsstil bleibt konfrontativ und polarisiert sowohl im Inland als auch international.

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