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Warum läuft es für Aston Martin so schief?

Leslin_Liu (CC0), Pixabay
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Als Aston Martin sein neues Formel-1-Auto für 2026 erstmals bei Tests zeigte, sorgte es für Aufsehen. Das aggressive Design – mit klaren Handschriften von Technik-Genie Adrian Newey – weckte große Erwartungen. Doch die Realität traf das Team hart: Kaum Runden, massive Zuverlässigkeitsprobleme und am Ende der Testfahrten das langsamste Auto im Feld.

Was ist passiert?

Große Ambitionen – instabile Basis

Teambesitzer Lawrence Stroll hatte in den vergangenen Jahren massiv investiert: eine neue Hightech-Fabrik, eigener Windkanal, Honda als Werkspartner und mit Fernando Alonso sowie Adrian Newey zwei absolute Größen des Sports. Auf dem Papier schien alles angerichtet für den Angriff auf die Spitze.

Doch Erfolg in der Formel 1 basiert auf Stabilität – und genau daran fehlte es. In der Teamführung gab es zuletzt erhebliche Umbrüche. Der erst 2024 verpflichtete CEO Andy Cowell wurde nach internen Spannungen mit Newey wieder versetzt. Technische Schlüsselpersonen kamen spät oder wechselten Rollen. Kontinuität sieht anders aus.

Neweys späte Kehrtwende

Newey begann offiziell erst im März 2025 – zu einem Zeitpunkt, als viele Konkurrenten ihre 2026-Projekte längst weit vorangetrieben hatten. Zwar wurden die finalen Regeln erst Anfang 2025 veröffentlicht, doch die Grundzüge waren Teams schon lange bekannt.

Berichten zufolge ordnete Newey nach seinem Einstieg eine grundlegende Neuausrichtung des Konzepts an. Das bedeutet: Das aktuelle Auto ist entwicklungsseitig Monate hinter der Konkurrenz zurück. Selbst ein Konstrukteur seines Kalibers kann diesen Rückstand nicht sofort wettmachen.

Das Ergebnis ist ein extrem interpretiertes, aber bislang unausgereiftes Fahrzeug – langsam und schwer beherrschbar.

Hondas Déjà-vu

Zusätzlich bereitet die neue Honda-Antriebseinheit Sorgen. Erinnerungen an das schwierige McLaren-Honda-Kapitel ab 2015 werden wach – ebenfalls mit Fernando Alonso im Cockpit.

Honda hatte sich Ende 2021 offiziell aus der Formel 1 zurückgezogen und erst 2023 den Wiedereinstieg mit Aston Martin angekündigt. Zwischenzeitlich wurde das Motorenprogramm stark zurückgefahren. Zwar liefen die bestehenden Red-Bull-Motoren weiter, doch offenbar fehlte eine durchgehend vollwertige Entwicklungsstruktur für das komplett neue 2026-Reglement.

Während Red Bull in derselben Zeit ein eigenes Motorenwerk aus dem Boden stampfte, wirkt Honda aktuell unvorbereitet. Warum genau der Rückstand so groß ist, bleibt unbeantwortet.

Alonso vor dem letzten Kapitel?

Für Fernando Alonso ist die Situation besonders bitter. Mit 44 Jahren hatte er gehofft, mit Newey und Honda noch einmal um Siege kämpfen zu können. Stattdessen droht ihm ein weiteres schwieriges Jahr – ähnlich wie 2015 bei McLaren-Honda.

Öffentlich bleibt Alonso optimistisch. „Alles kann repariert werden“, sagt er. Doch intern dürfte er sich fragen, ob er noch einmal die Kraft für einen Neustart aufbringen will – oder ob 2026 das letzte Kapitel seiner außergewöhnlichen Karriere wird.

Fest steht: Aston Martin steht vor einer gewaltigen Aufgabe. Große Namen und große Investitionen garantieren keinen Erfolg. In der Formel 1 entscheidet am Ende, wer am besten vorbereitet ist – und das war Aston Martin diesmal nicht.

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