23. Oktober 2026 | Wirtschaft und Insolvenzen | diebewertung.de
Gleich vier Gesellschaften aus dem Umfeld der Loga-Unternehmensgruppe im baden-württembergischen Aldingen tauchen am 23. Oktober 2026 in den Insolvenzverfahren des Amtsgerichts Rottweil auf. Betroffen sind die Loga GmbH & Co. KG, die Loga Holding GmbH, die Loga Beteiligungs-GmbH sowie die Loga Mobilien GmbH & Co. KG.
Die Verfahren werden unter den Aktenzeichen 5 IN 238/26, 5 IN 242/26, 5 IN 241/26 und 5 IN 240/26 geführt. Ob sämtliche Verfahren bereits eröffnet wurden oder sich noch im vorläufigen Stadium befinden, lässt sich anhand der vorliegenden Angaben nicht abschließend feststellen.
Was macht die Loga-Gruppe eigentlich?
Hinter dem Namen Loga steht ein mittelständisch geprägtes Unternehmen aus der Metallverarbeitung. Die Unternehmensgruppe hat sich insbesondere auf die Herstellung hochpräziser CNC-Drehteile spezialisiert.
Gefertigt werden komplexe Metallkomponenten aus Stahl und Edelstahl, beispielsweise für die Automobilindustrie, den Maschinenbau, die Elektrotechnik, die Bauindustrie und die Hydraulik.
Zu den besonderen Fertigungstechniken gehört das Tieflochbohren. Dabei entstehen Präzisionsbauteile mit besonders tiefen Bohrungen, die hohe Anforderungen an Maßgenauigkeit und Qualität erfüllen müssen.
Auf ihrer Unternehmenspräsentation beschreibt Loga einen Maschinenpark mit mehr als 40 Maschinen und über 85 Beschäftigten.
Warum gibt es mehrere Gesellschaften?
Die Unternehmensgruppe verfügt über eine differenzierte gesellschaftsrechtliche Struktur.
Während die Loga GmbH & Co. KG ursprünglich operative Produktionsaufgaben wahrnahm, übernimmt die Loga Holding GmbH insbesondere Beteiligungs-, Finanzierungs- und Verwaltungsfunktionen.
Die Loga Beteiligungs-GmbH fungiert als persönlich haftende Gesellschafterin von Kommanditgesellschaften. Die Loga Mobilien GmbH & Co. KG dient der Verwaltung eigenen Vermögens.
Bemerkenswert ist außerdem eine Umstrukturierung im Jahr 2023: Der Präzisionsteilebetrieb wurde auf die Schwestergesellschaft LOGA Präzisionsteile GmbH übertragen.
Diese Gesellschaft ist rechtlich von den vier jetzt genannten Verfahren zu unterscheiden. Ein Insolvenzverfahren über ihr Vermögen ist anhand der vorliegenden Informationen nicht bestätigt.
Was bedeutet das für Mitarbeiter und Geschäftspartner?
Vier zeitgleich auftretende Insolvenzverfahren innerhalb eines Unternehmensverbundes werfen Fragen nach dessen wirtschaftlicher Stabilität und den gegenseitigen Abhängigkeiten auf.
Für Lieferanten ist insbesondere entscheidend, welche Gesellschaft ihre Verträge abgeschlossen hat und gegenüber welchem Unternehmen offene Forderungen bestehen.
Für Beschäftigte kommt es darauf an, bei welcher Gesellschaft ihr Arbeitsverhältnis besteht und ob die operative Produktion fortgeführt werden kann.
Welche Ursachen haben die wirtschaftlichen Schwierigkeiten?
Dazu liegen bislang keine ausreichend gesicherten Informationen vor. Ob Auftragsrückgänge, Finanzierungsprobleme, gestiegene Produktionskosten oder andere Faktoren eine Rolle spielen, bleibt offen.
Unser Fazit: Die vier Verfahren sind ein ernst zu nehmendes Signal für die wirtschaftliche Situation innerhalb der Loga-Unternehmensgruppe. Besonders interessant wird die Frage sein, welche Auswirkungen die Verfahren auf die eigentliche Präzisionsteileproduktion haben.
Entscheidend ist jetzt, ob eine Fortführung beziehungsweise Sanierung der betroffenen Gesellschaften möglich ist und wie viele Arbeitsplätze tatsächlich gefährdet sind.
Die weitere Entwicklung am Standort Aldingen verdient deshalb besondere Aufmerksamkeit.
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