Zwei Tage vor den entscheidenden Kongresswahlen in den Vereinigten Staaten steigt die politische Spannung. US-Präsident Donald Trump konzentriert seine letzten Wahlkampfauftritte ausgerechnet auf Bundesstaaten, in denen die Republikaner traditionell stark sind. Gleichzeitig sorgen ungewöhnliche Wahlkampfmethoden und juristische Auseinandersetzungen für zusätzliche Unruhe.
Am 3. November 2026 entscheiden die Amerikaner über die Zusammensetzung des Repräsentantenhauses und einen Teil des Senats. Die Ergebnisse werden maßgeblich beeinflussen, unter welchen politischen Mehrheitsverhältnissen Trump die zweite Hälfte seiner Amtszeit regieren kann.
Trump reist nach Iowa und Kansas
Für den letzten Wahlkampfsonntag hat Donald Trump Auftritte in Iowa und Kansas angekündigt. Beide Bundesstaaten konnte er bei der Präsidentschaftswahl 2024 deutlich gewinnen.
Dass der Präsident dort unmittelbar vor den Zwischenwahlen noch einmal persönlich auftritt, zeigt die Bedeutung der umkämpften Senatsrennen.
In Kansas unterstützt Trump unter anderem den republikanischen Senator Roger Marshall. Auch in Iowa bemühen sich die Republikaner, ihre Wählerbasis zu mobilisieren.
Bereits mehr als 50 Millionen Stimmen abgegeben
Besonders bemerkenswert ist die hohe Zahl der Frühwähler. Nach Angaben von CNN wurden bereits mindestens 52 Millionen Stimmen abgegeben.
In mehreren Bundesstaaten begann die vorzeitige Stimmabgabe schon Mitte September.
Das große Interesse verdeutlicht die politische Bedeutung dieser Wahl. Allerdings erlauben die Zahlen allein keine zuverlässigen Rückschlüsse auf den späteren Ausgang.
Alaska: Zwei Kandidaten mit demselben Namen
Für besondere Aufregung sorgt der Senatswahlkampf in Alaska.
Dort tritt der republikanische Amtsinhaber Dan Sullivan an. Auf dem Wahlzettel steht jedoch ein weiterer Kandidat mit nahezu identischem Namen.
Berichte über eine mögliche gezielte Verwirrung der Wähler haben inzwischen juristische und politische Auseinandersetzungen ausgelöst.
Hinzu kommt das besondere Wahlsystem Alaskas. Durch die Rangfolgewahl und längere Fristen für Briefwahlstimmen könnte die endgültige Feststellung des Ergebnisses mehrere Wochen dauern.
Demokraten mit internen Streitigkeiten
Auch bei den Demokraten läuft nicht alles reibungslos.
In Michigan sorgt ein Konflikt zwischen Senatskandidat Abdul El-Sayed und seiner früheren parteiinternen Konkurrentin Haley Stevens für Schlagzeilen.
Geplante gemeinsame Wahlkampfauftritte kamen bislang nicht zustande. Trump griff die Auseinandersetzung öffentlich auf.
Wachsende Sorge vor einem umstrittenen Wahlausgang
Zusätzlich werden zahlreiche Wahlbeobachter erwartet. Das amerikanische Justizministerium will mehr als 1.000 Beobachter einsetzen, um mögliche Verstöße gegen das Wahlrecht festzustellen.
Die Auszählung beginnt nach Schließung der Wahllokale. Offizielle Ergebnisse können allerdings erst nach weiteren Prüfungen und Bestätigungsverfahren feststehen.
Eine richtungsweisende Entscheidung
Die Kongresswahlen finden in einer Zeit erheblicher wirtschaftlicher und außenpolitischer Spannungen statt. Besonders der Iran-Krieg und die gestiegenen Lebenshaltungskosten beschäftigen viele Amerikaner.
Die entscheidende Frage lautet: Welche politischen Mehrheiten geben die Wähler Präsident Trump für die kommenden zwei Jahre mit auf den Weg?
Am 3. November beginnt die Antwort darauf. Ob sie bereits in der Wahlnacht vollständig feststeht, ist keineswegs sicher.
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