Unglaublich- EZB kauft von Steuergelder Unternehmensanleihen von Steinhoff Möbel

Was ist das denn? Da reibt man sich als Außenstehender die Augen und glaubt, man ist im „falschen Film“. Da hat die Europäische Zentral Bank (EZB) doch tatsächlich Papiere dieses maroden Unternehmens von Steuergeld gekauft. Steinhoff Möbel steht derzeit wegen möglicher Bilanzfälschungen unter Druck. „Als wir die Nachricht davon erhalten haben, haben wir die Käufe sofort gestoppt. Wir haben also getan, was von uns verlangt wird“, sagte Notenbank-Chef Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt.

Die Europäische Zentralbank kauft monatlich Unternehmens- und Staatsanleihen, um die Inflation im Euroraum anzukurbeln und die Konjunktur anzuschieben. Die Zentralbank hielt Ende vergangener Woche eine Anleihe des europäischen Zweigs von Steinhoff. Es sei nicht ungewöhnlich, dass es Verluste gebe, sagte Draghi. Zur Höhe machte er keine Angaben. Dass wir Staatsanleihen von Griechenland kaufen, von Spanien, Portugal oder Italien kaufen, kann man ja noch nachvollziehen, aber von einem Möbelunternehmen? Ich hoffe nicht, dass Mario Draghi dort eine Kundenkarte hat.

Mittlerweile positionieren sich schon diverse Rechtsanwaltskanzleien zum Unternehmen Steinhoff Möbel und prüfen derzeit intensiv, ob möglicherweise eine Sammelklage gegen das Unternehmen Steinhoff Möbel erfolgreich sein könnte. Unter den Rechtsanwaltskanzleien finden wir auch die Kanzlei von Rechtsanwalt Andreas Tilp. Tilp führt auch schon die Sammelklage gegen Volkswagen, um zu erreichen, dass die Anleger dort einen Ersatz für den ihnen entstandenen Schaden zugesprochen bekommen sollen. Tilp war in der Vergangenheit schon bei vielen solcher Verfahren nach dem Kapital Anlagen Musterverfahrens Gesetz (KapMuG) sehr erfolgreich. Näheres dazu findet man auf der Internetseite www.steinhoff-sammelklage.de. Ich bin mir aber sicher, dass dort in den nächsten Wochen und Monaten noch weitere Rechtsanwalts-Kanzleien tätig werden.

Das Gesamtvolumen von Anleihen beim Unternehmen Steinhoff Möbel beläuft sich nach Medienangeben auf rund 800 Millionen Euro. Theoretisch dürfte die EZB nach ihren Regularien davon bis zu 70% des Anleihe Volumens erwerben. Wie viel die EZB erworben hat, sagt Draghi aber nicht. Na klar, die Rechnung zahlt der Steuerzahler.

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