Der US-Angriff auf Iran am 28. Februar hat die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten deutlich gespalten. Während einige Umfragen eine gewisse Unterstützung für die Militäraktion zeigen, sind viele Amerikaner kritisch gegenüber der weiteren Eskalation des Konflikts.
Nach seiner Rede zur Lage der Nation („State of the Union“) hatte Präsident Donald Trump zunächst leicht steigende Zustimmungswerte verzeichnet. Laut einer Umfrage von Economist/YouGov bewerteten 57 Prozent der Befragten die Rede positiv, während 32 Prozent sie negativ einschätzten.
Mit Beginn der Militärschläge gegen Iran und dem daraus entstandenen Krieg änderte sich die Stimmung jedoch deutlich.
Geteilte Reaktionen in Bevölkerung und Umfragen
Die Reaktionen in der Bevölkerung fallen stark polarisiert aus. In mehreren Städten kam es sowohl zu Feierlichkeiten über den Tod des iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei als auch zu Protesten gegen eine weitere militärische Eskalation im Nahen Osten.
Eine Umfrage der Trafalgar Group nach Beginn der Operation „Epic Fury“ zeigt, dass 53,9 Prozent der Befragten die Militäraktion unterstützen, während 40,6 Prozent sie ablehnen.
Trumps persönliche Zustimmungswerte liegen allerdings darunter. In derselben Umfrage erhielt er 49,5 Prozent Zustimmung gegenüber 48 Prozent Ablehnung.
Eine nationale Umfrage von Fox News ergab zudem, dass 61 Prozent der Befragten Iran als reale Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA betrachten. Dennoch ist die Unterstützung für den Krieg selbst gespalten: Etwa die Hälfte der Befragten ist dafür, die andere dagegen.
Auch Trumps Außenpolitik wird kritisch gesehen. In dieser Umfrage äußerten 60 Prozent Unzufriedenheit mit seiner Außenpolitik, während seine allgemeine Zustimmungsrate bei 43 Prozent lag.
Weitere Erhebungen von CNN, NBC und YouGov zeigen ebenfalls eine Mehrheit der Wähler, die entweder die Angriffe auf Iran oder Trumps Umgang mit der Situation kritisch beurteilen.
Aktuelle Zustimmungswerte
Nach einem Durchschnitt verschiedener Umfragen liegt Trumps aktuelle Zustimmungsrate bei 43,3 Prozent, während 54,8 Prozent seine Arbeit ablehnen. Diese Werte stammen aus dem Durchschnitt von mehr als einem Dutzend Umfragen, den RealClearPolling veröffentlicht.
Zum Vergleich:
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Zu Beginn seiner Amtszeit im Januar 2025 lag seine Zustimmung noch bei 50,5 Prozent.
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Mitte Februar 2026 fiel sie zeitweise auf 42 Prozent.
Trumps erste Amtszeit hatte im Durchschnitt eine Zustimmung von 42,8 Prozent. Damit liegt er aktuell in etwa auf dem Niveau seines Vorgängers Joe Biden, dessen durchschnittliche Zustimmungsrate bei 43,2 Prozent lag.
Einzelne aktuelle Umfragen zeigen ähnliche Werte:
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Rasmussen Reports: 45 Prozent Zustimmung
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Quantus Insights: 45 Prozent Zustimmung
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Economist/YouGov: 42 Prozent Zustimmung
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Fox News: etwa 43 Prozent Zustimmung
Insgesamt zeigt sich damit ein relativ stabiles, aber weiterhin polarisiertes Bild.
Stimmung im wichtigen Bundesstaat Pennsylvania
Im politisch wichtigen Bundesstaat Pennsylvania fällt das Urteil über Trump deutlich kritischer aus. Laut der Plattform Civiqs liegt seine Netto-Zustimmung dort bei minus 14 Prozent.
Etwa 55 Prozent der Befragten lehnen seine Amtsführung ab, während 40 Prozent sie unterstützen. Rund fünf Prozent äußerten keine klare Meinung.
Die Umfrage zeigt auch deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen:
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Alter: Besonders kritisch sind jüngere Wähler. Rund 66 Prozent der 18- bis 34-Jährigen lehnen Trump ab.
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Bildung: In allen Bildungsgruppen überwiegt die Ablehnung – besonders stark bei Hochschulabsolventen.
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Geschlecht: 61 Prozent der Frauen äußern Ablehnung, während Männer nahezu gleichmäßig gespalten sind.
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Parteizugehörigkeit: 97 Prozent der Demokraten lehnen Trump ab, während 86 Prozent der Republikaner ihn unterstützen.
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Ethnische Gruppen: Besonders hohe Ablehnungswerte zeigen afroamerikanische Wähler.
Fazit
Der Krieg mit Iran hat die politische Stimmung in den USA weiter polarisiert. Zwar sehen viele Amerikaner Iran als Sicherheitsrisiko, doch Unterstützung für militärische Aktionen oder für Trumps Außenpolitik ist deutlich weniger eindeutig.
Trumps Zustimmungswerte bewegen sich weiterhin im mittleren 40-Prozent-Bereich – ein Niveau, das seine Präsidentschaft bisher konstant geprägt hat.
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