Startseite Allgemeines Politischer Paukenschlag in den USA: Demokratin unterstützt plötzlich Republikaner – Parteifreunde sprechen von Verrat
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Politischer Paukenschlag in den USA: Demokratin unterstützt plötzlich Republikaner – Parteifreunde sprechen von Verrat

deeznutz1 (CC0), Pixabay
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Kurz vor den amerikanischen Kongresswahlen erschüttert ein spektakulärer Seitenwechsel die Demokratische Partei. Die demokratische Kongressabgeordnete Haley Stevens unterstützt überraschend den republikanischen Senatskandidaten Mike Rogers statt ihres eigenen Parteikollegen Abdul El-Sayed. Die Entscheidung sorgt für Empörung und könnte den Ausgang der Senatswahl im wichtigen Bundesstaat Michigan beeinflussen.

Noch am Samstag hatte Haley Stevens gegenüber Parteifreunden versichert, dass sie den demokratischen Kandidaten Abdul El-Sayed unterstützen werde. Nur wenige Stunden später folgte die politische Kehrtwende.

Am Sonntag erschien Stevens gemeinsam mit dem Republikaner Mike Rogers bei einem Gottesdienst in Detroit. Anschließend erklärte sie öffentlich, dass sie bei der Senatswahl für Rogers stimmen werde.

Die Überraschung war offenbar selbst innerhalb ihres engsten Umfelds gewaltig. Zahlreiche Mitarbeiter erfuhren erst über soziale Medien von der Entscheidung. Mehrere von ihnen kündigten daraufhin ihre Mitarbeit.

Demokraten reagieren mit scharfer Kritik

Die Reaktionen der Parteiführung ließen nicht lange auf sich warten. Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, bezeichnete den Schritt als verabscheuungswürdigen Verrat.

Auch die frühere Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, kritisierte Stevens heftig. Sie warf ihr vor, mit ihrer Unterstützung für Rogers die gesundheitliche Versorgung, die Freiheitsrechte und die Zukunft der Menschen in Michigan zu gefährden.

Michigan gehört zu den besonders umkämpften Bundesstaaten. Nach einer zuvor veröffentlichten CNN-Umfrage lag El-Sayed sieben Prozentpunkte vor seinem republikanischen Konkurrenten. Ob Stevens‘ Entscheidung die Wähler tatsächlich beeinflussen wird, bleibt offen.

Streit um Israel und den Gazakrieg

Hinter dem politischen Bruch stehen offenbar länger bestehende Konflikte innerhalb der Demokratischen Partei.

El-Sayed kritisiert die israelische Kriegsführung im Gazastreifen und fordert ein Ende amerikanischer Militärhilfen für Israel. Stevens wiederum gehört zu den Unterstützerinnen einer engen amerikanisch-israelischen Zusammenarbeit.

Zusätzliche Spannungen entstanden durch eine umstrittene Wahlwerbung einer externen Gruppe, die amerikanische Unterstützung für Israel mit den hohen Lebenshaltungskosten in Michigan in Verbindung brachte.

Stevens kritisierte außerdem El-Sayeds Zusammenarbeit mit dem umstrittenen politischen Kommentator Hasan Piker.

El-Sayed hatte die betreffende Werbung zwar kritisiert, dennoch eskalierte der parteiinterne Konflikt.

Trump begrüßt den überraschenden Seitenwechsel

US-Präsident Donald Trump reagierte erfreut auf Stevens‘ Entscheidung und lobte ihre Unterstützung für den republikanischen Kandidaten.

Für die Demokraten kommt der Streit zur denkbar ungünstigsten Zeit. Bereits am 3. November entscheiden die amerikanischen Wähler über die Zusammensetzung des Kongresses.

Bemerkenswert ist allerdings die unmittelbare Reaktion der demokratischen Anhänger: Nach Angaben seines Wahlkampfteams sammelte El-Sayed innerhalb weniger Stunden nach Stevens‘ Seitenwechsel rund 1,2 Millionen Dollar an Spenden.

Fazit: Der politische Machtkampf in Michigan zeigt, wie tief die innerparteilichen Gegensätze in den USA inzwischen reichen. Ob der spektakuläre Bruch den Republikanern tatsächlich hilft oder die demokratische Wählerschaft erst recht mobilisiert, wird sich an den Wahlurnen entscheiden.

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