EU-Staats- und Regierungschefs werfen Viktor Orbán vor, die Unterstützung für die Ukraine gezielt zu blockieren. Kurz vor dem vierten Jahrestag des russischen Großangriffs verhinderte Ungarn neue EU-Sanktionen gegen Moskau sowie ein milliardenschweres Hilfspaket für Kiew. Polens Regierungschef Donald Tusk sprach von „politischer Sabotage“.
Der Streit überschattet die geplanten Solidaritätsbekundungen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Zu den erwarteten Gästen in Kiew zählen unter anderem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der britische Premier Keir Starmer, der betonte, Russland werde diesen Krieg nicht gewinnen.
Der Jahrestag folgt auf einen harten Winter, in dem Russland systematisch die ukrainische Energieinfrastruktur angriff. Millionen Menschen waren zeitweise ohne Strom. Dennoch zeigt sich Selenskyj kämpferisch und verweist auf Geländegewinne im Süden des Landes. Neue Friedensgespräche unter US-Vermittlung sollen in Genf stattfinden, verlaufen jedoch schleppend. Der Kreml hält an Maximalforderungen fest, darunter die vollständige Kontrolle über den Donbas, was Kiew ablehnt.
Neben Ungarn blockiert auch die Slowakei weitere Maßnahmen. Beide Länder sind stark von russischen Ölimporten abhängig und verweisen auf unterbrochene Lieferungen durch die Druschba-Pipeline. Budapest macht dafür die Ukraine verantwortlich, Kiew hingegen spricht von russischen Angriffen als Ursache.
Mehrere europäische Politiker bekräftigten ihre Unterstützung für die Ukraine. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von „vier monströsen Kriegsjahren“ und rief zu anhaltender Solidarität auf. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Unterstützung seines Landes als „unerschütterlich“.
Die Weltbank schätzt den Wiederaufbaubedarf der Ukraine inzwischen auf 588 Milliarden US-Dollar – zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders betroffen sind die Frontregionen Donezk und Charkiw.
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