Mal ganz was Neues-Bafin Androhung soll zu neuem Geschäftskonzept führen

Nun, in den letzten sieben Jahren haben wir so manchen Vorgang erlebt, bei dem man sich ernsthaft fragt: „Gibt es so etwas wirklich?“ Auch wir werden dann immer wieder mal von der harten Realität überholt. So auch jetzt. Ein Vorgang, der an Dreistigkeit nicht zu überbieten ist.Olive Tree Famers / Olive Tree Pharmacy S.E. bieten seit 2015 in Deutschland Anlegern ein Direktinvestment in Olivenbäume in Spanien an. Die Anleger kauften Olivenbäume und schlossen parallel einen Baumpflege- und Bewirtschaftungsvertrag mit Olive Tree Famers / Olive Tree Pharmacy S.E. ab. Der Kaufpreis pro Olivenhain (= 10 Olivenbäume) betrug zunächst 9.500,00 Euro, wurde aber teilweise auf 7.800,00 Euro reduziert. Die Olive Tree Famers (GmbH) bzw. die Olive Tree Pharmacy S.E. sollte die Olivenbäume pflegen und die Nutzungen daraus ziehen. Die Anleger sollten im Gegenzug pro Olivenhain jährlich eine Ausschüttung in Höhe von 780,00 Euro erhalten. Es handelt sich um eine sogenannten Sale-and-lease-back-Vertragskonstruktion. Das hat sich sicherlich für viele Anleger interessant angehört, denn 10% Rendite machen dann schon nicht nur neugierig, sondern lassen auch manchmal die erforderliche Vorsicht bei der Investition in eine Kapitalanlage vergessen. Gier frisst Hirn könnte man auch hier wieder einmal anmerken

Problem nur, wenn die BaFin in solch einem Geschäft ein genehmigungspflichtiges KWG-Geschäft sieht. Dann fangen nicht nur die Probleme für den Initiator an, sondern auch für die Anleger, die dem Initiator ihr Kapital anvertraut haben. Den ersten Ärger, den das Unternehmen hatte, bekam es in der Schweiz. Quintessenz war, dass man nach Deutschland ging, wo es nun auch eine ganze Zeit gut lief. Das scheint nun vorbei zu sein, denn das Unternehmen wird gegenüber den Anlegern derzeit aktiv, um eine angeblich bevorstehende BaFin-Verfügung zu umgehen.

Eine vergleichbare Konstruktion wurde jedoch bereits zuvor in der Schweiz von der Oliveda Switzerland AG angeboten, jedoch von der dortigen FinMA letztlich verboten. Die schweizerische Finanzmarktaufsicht ist wohl zu dem Ergebnis gekommen, dass die Sale-and-lease-back-Geschäfte Bankgeschäfte darstellen, für welche keine entsprechende Erlaubnis vorlag.

In Deutschland sind in diesem Zusammenhang neben der Olive Tree Famers / Olive Tree Pharmacy S.E. auch die Firma Oliveda Deutschland GmbH mit Sitz in Düsseldorf, Geschäftsführer Thomas Lommel, öffentlich bekannt.

Sollte die BaFin eine entsprechende Verfügung erlassen, müssten sämtliche Verträge rückabgewickelt werden. Dies würde – so weißt Herr Lommel in einem Anlegerschreiben vom 24. März 2017 hin – zur Insolvenz der Olive Tree Famers / Olive Tree Pharmacy S.E. als Pachtzinszahlerin führen. Natürlich hat Herr Lommel auch eine Lösung im Köcher. Er bietet den Anlegern an, die erworbenen Olivenbäume in Aktien der Oliveda International Inc. umzutauschen.

Aus unserer Sicht ist das keine Rettung für die investierten Anlegergelder, sondern ein Versuch der Rettung des eigenen Geschäftes, das man nach einer BaFin-Verfügung nicht fortführen könnte. Wir raten jedem Anleger ab, auf dieses Angebot einzugehen, denn hier wird dann aus einer Investition in einen Sachwert „Olivenbaum“ eine Finanzinvestition in eine Aktie. Das ist, sicherlich jedem einleuchtend, etwas völlig Anderes und eine Verschlechterung der Sicherheit für den Anleger.

5 Kommentare

  1. Oliveda-Anleger 4. Mai 2017
    • Rohde 25. April 2018
  2. Oliveda-Anleger 4. Mai 2017
  3. Oliveda-Anleger 4. Mai 2017

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