Ein launischer Kommentar aus Sicht eines leidgeprüften Hannover-96-Fans
Meine Güte, was ist nur aus unserem Hannover 96 geworden? Wir wollten eigentlich zurück in die Bundesliga. Stattdessen stehen wir auf dem letzten Tabellenplatz, wechseln unsere sportlichen Verantwortlichen häufiger als andere Vereine ihre Trikots und veranstalten kurz vor dem Kellerduell gegen Dynamo Dresden die nächste Führungskräfte-Entlassung.
Jonas Boldt ist weg. Nach gerade einmal fünf Monaten! Da dauert manche Probezeit bei einem Discounter länger.
Erst Titz, dann Wagner, jetzt Boldt – wer ist eigentlich als Nächstes dran?
Christian Titz sollte uns nach oben führen. Dann kam Sandro Wagner, weil angeblich alles besser werden sollte. Und nun muss ausgerechnet der Mann gehen, der Wagner verpflichtet hat.
Herrlich! Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald keinen Sportdirektor mehr, sondern einen eigenen Mitarbeiter für die Erstellung von Aufhebungsverträgen.
Und Sandro Wagner? Der sitzt jetzt auf der Trainerbank, sein größter Fürsprecher ist weg und gegen Dresden muss dringend ein Sieg her.
Lieber Sandro, ich hoffe, Sie haben Ihren Arbeitsvertrag gut abgeheftet. Man weiß ja nie, wie schnell Herr Kind wieder telefoniert.
Tränen bei Boldt – und wir Fans könnten gleich mitheulen
Besonders traurig soll die Verabschiedung von Jonas Boldt in der Kabine gewesen sein. Sogar Tränen sollen geflossen sein.
Das kann ich menschlich verstehen. Schließlich wollte Boldt hier etwas aufbauen.
Aber ganz ehrlich: Wir Fans hätten inzwischen auch allen Grund zum Weinen. Nur dass wir dafür nicht einmal eine Abfindung bekommen.
Wir bezahlen Eintritt, fahren auswärts mit und schauen Woche für Woche zu, wie unser Verein immer tiefer in die Tabelle rutscht.
Herr Kind, vielleicht einfach mal jemanden arbeiten lassen?
Martin Kind greift wieder persönlich ein. Natürlich. Bei Hannover 96 gehört das inzwischen zur Tradition wie die Bratwurst vor dem Stadion.
Aber drei sportliche Neuanfänge innerhalb von zehn Monaten? Das ist doch keine langfristige Vereinsentwicklung, das ist Personalroulette!
Erst Marcus Mann, dann Jörg Schmadtke, jetzt Jonas Boldt. Wer übernimmt als Nächstes? Vielleicht sollten wir die Stelle gleich als Minijob ausschreiben. Lange bleiben muss man offenbar sowieso nicht.
Und jetzt kommt ausgerechnet Dynamo Dresden!
Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, steht heute das Kellerduell gegen Dresden an.
Letzter Tabellenplatz, Trainer unter Druck, Geschäftsführer entlassen – beste Voraussetzungen für einen entspannten Fußballsonntag!
Aber vielleicht liegt gerade darin unsere Chance. Vielleicht konzentrieren sich die Spieler endlich wieder auf das Wesentliche: Fußball spielen, Tore schießen und gewinnen.
Denn die Mannschaft ist besser, als es der Tabellenplatz vermuten lässt.
Mein Wunsch: Drei Punkte statt drei neuer Personalentscheidungen!
Ich möchte endlich wieder ein Hannover 96 sehen, das kämpft, zusammenhält und mit Überzeugung auftritt.
Herr Wagner, holen Sie gegen Dresden diesen verdammten Sieg!
Und Herr Kind, vielleicht gönnen Sie dem Verein anschließend ein paar Wochen Ruhe. Keine neuen Entlassungen, keine neuen Strukturreformen und bitte keine weiteren großen Zukunftsversprechen.
Wir brauchen keinen vierten Neuanfang. Wir brauchen endlich Punkte!
Mein Tipp: Hannover 96 gewinnt 2:1 gegen Dynamo Dresden.
Und wenn es klappt, trinken wir darauf ein Bier. Wenn nicht, sollten wir vielleicht darüber nachdenken, ob man die sportliche Führung künftig einfach monatlich im Losverfahren bestimmt.
Einmal 96, immer 96! Aber ganz ehrlich: Ein bisschen weniger Drama und ein bisschen mehr Fußball wäre schon schön!
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