Allgemeines

Festgesetzt

greghristov (CC0), Pixabay
Teilen

Die italienische Regierung hat erneut ein Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation „Sea-Eye“ festgesetzt. Wie die Behörden am Montag mitteilten, darf die „Sea-Eye 4“ den Hafen der süditalienischen Stadt Reggio Calabria 60 Tage lang nicht verlassen.

Begründung: Die Organisation habe im Mittelmeer Flüchtlinge an Bord genommen, obwohl Libyens Küstenwache zur Aufnahme bereit gewesen wäre. „Sea-Eye“ widerspricht dieser Darstellung und erklärt, die libysche Küstenwache sei nicht in der Lage, Menschen auf See sicher zu retten.

Die „Sea-Eye 4“ war am Sonntag mit insgesamt 145 Migranten an Bord in Reggio Calabria eingelaufen. Nach Angaben eines Sprechers stammen die meisten Migranten aus Syrien und Somalia. Sie waren vor dem Bürgerkrieg in Libyen geflohen und hatten sich in seeuntüchtigen Booten auf den Weg nach Europa gemacht.

Die Festsetzung der „Sea-Eye 4“ ist der jüngste Vorfall in einer Reihe von Spannungen zwischen Italien und den privaten Seenotrettungsorganisationen. Die italienische Regierung wirft den Organisationen vor, die Schlepperei zu fördern. Die Hilfsorganisationen hingegen kritisieren die italienische Regierung, Menschenleben zu riskieren, indem sie die Seenotrettung behindere.

Die Festsetzung der „Sea-Eye 4“ hat scharfe Kritik von Seiten der Hilfsorganisationen und der EU-Kommission ausgelöst. Die EU-Kommission erklärte, die Entscheidung der italienischen Behörden sei „besorgniserregend“ und „völkerrechtswidrig“.

Es ist unklar, wie lange die „Sea-Eye 4“ festgesetzt bleiben wird. Die Organisation hat angekündigt, gegen die Entscheidung der Behörden gerichtlich vorzugehen.

 

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

US-Bomber landet auf britischem Luftwaffenstützpunkt

Ein strategischer US-Bomber ist auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford in Gloucestershire...

Allgemeines

Trump fordert „bedingungslose Kapitulation“ Irans

US-Präsident Donald Trump hat im anhaltenden Konflikt mit dem Iran eine „bedingungslose...

Allgemeines

Fast-Food-Marken liefern sich Social-Media-Schlagabtausch wegen McDonald’s-Video

Ein eigentlich harmloses Video von McDonald’s-CEO Chris Kempczinski hat in den sozialen...

Allgemeines

USA und Kanada nehmen Handelsgespräche wieder auf

Nach monatelanger Pause haben Kanada und die USA ihre Handelsgespräche wieder aufgenommen....