Die FDP macht ernst mit ihrem Neustart – und greift dafür tief in die politische Mottenkiste.
Wolfgang Kubicki (74) will neuer Parteichef werden und die Liberalen retten. Oder anders gesagt:
Wenn die Zukunft nicht funktioniert, versucht man’s halt nochmal mit 1998.
Der langjährige FDP-Vize und Dauer-Talkshowgast kündigte an, Ende Mai für den Bundesvorsitz zu kandidieren. Damit steigt er in den Dreikampf mit Christian Dürr (48) und Henning Höne (39) ein.
Wobei Kubicki in diesem Feld ungefähr wirkt wie der Onkel, der auf einer Studentenparty plötzlich ruft:
„Jetzt zeig ich euch mal, wie man wirklich feiert!“
Sein Versprechen: Die FDP soll wieder selbstbewusst werden, politische Debatten anführen und nicht länger „akademischen Diskussionen hinterherlaufen“.
Heißt übersetzt:
Weniger PowerPoint-Liberalismus, mehr Kneipen-Theke mit Grundgesetz.
Kubicki will die Partei zurück zu „wirtschaftlicher Vernunft“ und „individueller Freiheit“ führen – also zu jenen Schlagworten, die bei der FDP traditionell immer dann ausgepackt werden, wenn die Umfragen aussehen wie ein EKG nach Stromausfall.
Denn die Lage ist… sagen wir mal… liberal herausfordernd:
Nach dem Rauswurf aus den Parlamenten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, dem Absturz bei der Bundestagswahl 2025 und dem Rückzug von Christian Lindner steht die FDP aktuell bei stolzen 3 Prozent.
Drei!
Das ist kein Umfragewert mehr, das ist fast schon ein Trinkgeld.
Als Generalsekretär will Kubicki ausgerechnet Martin Hagen (44) an seine Seite holen – den Mann, der 2023 in Bayern gleich mit aus dem Landtag geflogen ist.
Man könnte sagen:
Die FDP setzt beim Wiederaufbau auf bewährte Absturzkompetenz.
Unterstützung bekommt Kubicki von Ex-CDU-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (79), der ihn als „Gesicht der FDP“ lobt.
Das stimmt wohl:
Wenn man an die FDP denkt, denkt man inzwischen tatsächlich zuerst an Kubicki. Und dann an das Geräusch eines Eiswürfels im Whiskyglas.
Fazit:
Die FDP will den Neuanfang – und schickt dafür einen 74-jährigen Dauerbrenner ins Rennen.
Modernisierung auf liberal:
Vorwärts in die Vergangenheit.
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