Bei einer Explosion im Zentrum von Moskau ist in der Nacht zum Dienstag ein russischer Polizist getötet und zwei weitere verletzt worden. Nach Angaben des Innenministeriums zündete ein Mann einen Sprengsatz neben einem Streifenwagen.
Die Detonation ereignete sich kurz nach Mitternacht auf dem Platz vor dem Sawjolowski-Bahnhof im Norden der Hauptstadt, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Der Angreifer habe sich Verkehrspolizisten genähert, die in ihrem Fahrzeug saßen, bevor der Sprengsatz explodierte. Der mutmaßliche Täter kam dabei selbst ums Leben.
Die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete, der Streifenwagen sei schwer beschädigt worden, habe jedoch nicht gebrannt. Bilder in lokalen Medien zeigten ein Polizeifahrzeug mit zerborstenen Scheiben nahe den Bahngleisen. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt, mehrere Krankenwagen waren im Einsatz.
Zunächst hatte das Innenministerium mitgeteilt, der Täter sei geflüchtet. Kurz darauf hieß es, er sei nach Auswertung von Überwachungsvideos tot am Tatort aufgefunden worden.
Zu Art des Sprengsatzes und zu möglichen Motiven machten die Behörden keine Angaben. Das Ermittlungskomitee leitete ein Verfahren wegen versuchten Mordes an einem Polizeibeamten sowie wegen illegalen Besitzes von Sprengstoff ein.
Bereits im Dezember 2025 waren im Süden Moskaus zwei Polizisten bei einer Explosion getötet worden, als sie eine verdächtige Person kontrollieren wollten. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine kommt es zudem immer wieder zu gezielten Anschlägen auf russische Militär- und Sicherheitsvertreter im eigenen Land. Erst vor wenigen Wochen wurde ein ranghoher Militärgeheimdienstoffizier in Moskau angeschossen; die Behörden machten dafür Kiew verantwortlich.
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