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Erinnerung an Freddie Mercury

ykaiavu (CC0), Pixabay
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Manchmal gibt es Menschen, bei denen man kaum glauben kann, dass sie überhaupt einmal wirklich verschwunden sind.

Freddie Mercury ist so einer.

Denn sobald irgendwo die ersten Töne eines Queen-Songs erklingen, ist er plötzlich wieder da: mit erhobener Faust, diesem unverschämten Selbstbewusstsein, dem Schnurrbart, den großen Gesten und einer Stimme, die einen Raum nicht einfach füllte, sondern ihn für ein paar Minuten vollkommen beherrschte. Er wirkte, als könne ihm nichts etwas anhaben. Als wäre das Leben eine Bühne und er hätte beschlossen, ihr jeden Abend ein Stück Ewigkeit abzuringen.

Vielleicht berührt uns sein früher Tod deshalb noch immer so sehr.

Weil hinter all dem Glanz immer auch etwas Zerbrechliches zu spüren war.

Da war der Mann, der als Farrokh Bulsara auf Sansibar geboren wurde, als Kind nach Indien kam, später mit seiner Familie nach Großbritannien fliehen musste und sich in London neu erfand. Aus einem Jungen, der seine Herkunft, seine Sehnsüchte und vielleicht auch manche Unsicherheit mit sich trug, wurde Freddie Mercury. Nicht einfach ein Künstlername, sondern beinahe eine zweite Existenz.

Auf der Bühne war er grenzenlos.

Privat blieb vieles verborgen.

Vielleicht war genau das sein Widerspruch: Er konnte vor Zehntausenden Menschen vollkommen frei wirken und zugleich Teile seines Lebens wie ein Geheimnis bewahren. Er schenkte der Welt eine ungeheure Offenheit in seiner Kunst, ohne sich selbst je vollständig erklären zu wollen.

Und vielleicht musste er das auch nicht.

Die Lieder taten es für ihn.

In „Bohemian Rhapsody“ liegt diese wilde Mischung aus Größenwahn, Schönheit und innerer Unruhe. „We Are the Champions“ klingt wie Triumph und Trotz zugleich. Und wenn man heute „The Show Must Go On“ hört, fällt es schwer, nicht an den kranken Mann zu denken, der wusste, dass seine Zeit knapp wurde und trotzdem weitermachte.

Das ist vielleicht das Melancholischste an seiner Geschichte.

Er arbeitete weiter, als sein Körper längst nicht mehr mitmachen wollte.

Er sang weiter.

Er schrieb weiter.

Er hinterließ noch Musik, als hätte er geahnt, dass sie einmal für ihn sprechen müsste.

Am 24. November 1991 starb Freddie Mercury mit nur 45 Jahren.

Fünfundvierzig.

Ein Alter, in dem ein Leben eigentlich noch nicht rückwärts betrachtet werden sollte. Ein Alter, in dem noch so viele Songs hätten entstehen können, so viele Konzerte, so viele verrückte Kostüme, so viele Abende, an denen er ein Publikum mit einem einzigen „Ay-oh“ hätte in Bewegung setzen können.

Und doch wirkt sein Leben im Rückblick seltsam vollständig.

Vielleicht weil er etwas erreicht hat, wovon viele Künstler träumen und nur wenige wirklich schaffen: Er ist nicht zu einer Erinnerung geworden, die langsam verblasst.

Er ist geblieben.

Nicht nur als Sänger.

Nicht nur als Frontmann von Queen.

Sondern als Vorstellung davon, wie groß ein Mensch auf einer Bühne werden kann, wenn er für einen Moment jede Angst vergisst.

Heute hätte Freddie Mercury Geburtstag.

Und vielleicht ist das der schönste Gedanke an diesem Tag: Dass irgendwo immer jemand zum ersten Mal „Bohemian Rhapsody“ hört. Dass irgendein Kind vor einem Spiegel mit einer imaginären Mikrofonstange steht. Dass irgendwo ein Stadion „We Will Rock You“ stampft. Dass seine Stimme noch immer aus Autoradios, Wohnzimmern und Kopfhörern kommt.

Die Bühne ist längst dunkel geworden.

Aber Freddie steht irgendwie noch immer darauf.

Und für einen kurzen Augenblick hebt er wieder die Faust.

Dann setzt die Musik ein.

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