Wenn ich mir manche Reaktionen auf die Verpflichtung von Marlon Faß anschaue, frage ich mich wirklich, ob einige vergessen haben, wie Dynamo Dresden in den letzten Jahren erfolgreich geworden ist.
Der Junge ist 19 Jahre alt, hat in Hoffenheims U19 in 23 Spielen 18 Tore erzielt, international in der Youth League Erfahrungen gesammelt und gilt als eines der interessanten Offensivtalente seines Jahrgangs. Genau solche Spieler müssen wir als Aufsteiger holen, wenn wir uns nachhaltig in der 2. Bundesliga etablieren wollen.
Natürlich wird Marlon Faß nicht morgen 20 Zweitliga-Tore schießen. Das erwartet auch niemand. Aber Dynamo verpflichtet hier keinen fertigen Profi, sondern einen Spieler mit Entwicklungspotenzial. Und genau das ist der richtige Weg.
Wir sind nicht der HSV, Schalke oder Köln. Wir können nicht mit Millionen um uns werfen und jeden gestandenen Zweitliga-Profi verpflichten. Wir müssen Talente entdecken, entwickeln und ihnen die Chance geben, den nächsten Schritt zu machen.
Ich finde es bemerkenswert, wie schnell manche bereits urteilen, bevor der Spieler überhaupt eine Trainingseinheit absolviert hat. Der Junge hat noch kein einziges Spiel für Dynamo bestritten und wird von einigen bereits abgeschrieben.
Dabei sollte man ihm erst einmal die Chance geben, sich zu zeigen.
Was mir besonders gefällt: Seine Aussagen. Er spricht von der Strahlkraft des Vereins, von den Gesprächen mit den Verantwortlichen und davon, dass er unbedingt vor den Dynamo-Fans spielen möchte. Genau solche Spieler brauchen wir – hungrig, ehrgeizig und bereit, sich für den Verein zu zerreißen.
Ob er sich am Ende durchsetzt, kann heute niemand garantieren. Aber Talent bringt er mit. Und wenn irgendwo junge Spieler den nächsten Entwicklungsschritt schaffen können, dann vor 30.000 verrückten Dynamo-Fans im Rudolf-Harbig-Stadion.
Deshalb von mir ganz klar:
Willkommen in Dresden, Marlon! Lass dich nicht von den Zweiflern verrückt machen. Arbeite hart, gib alles für die SGD und genieße jeden Moment in Schwarz-Gelb. Die Fans stehen hinter Spielern, die kämpfen, laufen und sich mit dem Verein identifizieren.
Und wer weiß – vielleicht lachen wir in ein paar Jahren gemeinsam darüber, dass manche diesen Transfer damals nicht verstanden haben.
Der Spieler mag wohl die Möglichkeiten besitzen ein sehr guter Spieler zu werden. Aber, er kommt eben nicht aus Freiburg und kennt den Herrn Stamm