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Dynamo Dresden, das war wieder zu billig: 1:2 gegen Bochum und schon steckt Dresden im Tabellenkeller

jorono (CC0), Pixabay
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Es gibt Niederlagen, bei denen man nach Hause geht und sagt: Kann passieren. Gegner besser, Chancen gehabt, Mund abputzen.

Und dann gibt es Spiele wie dieses 1:2 gegen den VfL Bochum.

Da sitzt man als Dynamo-Fan danach da und denkt sich vor allem: Warum machen wir es uns eigentlich immer selbst so schwer?

Drei Niederlagen aus vier Spielen. Tabellenkeller. Und das nicht, weil Dynamo völlig chancenlos wäre. Genau das macht die Sache ja so ärgerlich.

Denn auch gegen Bochum war mehr drin.

Viel mehr.

Aber wenn man dem Gegner schon nach vier Minuten ein Tor praktisch auf dem Silbertablett serviert und anschließend erneut freundlich zur nächsten Großchance einlädt, darf man sich am Ende nicht wundern, wenn die Punkte mit dem Gegner nach Hause fahren.

Vier Minuten gespielt – und schon beginnt das Kopfschütteln

Dabei hatte Thomas Stamm nach dem wilden 3:5 in Heidenheim reagiert und seine Mannschaft auf mehreren Positionen verändert.

Muhamedbegovic rückte für den gesperrten Keller in die Innenverteidigung, Lemmer begann auf rechts und Rapp kehrte in die Startelf zurück.

Man durfte also durchaus hoffen, dass Dynamo diesmal etwas stabiler in die Partie kommt.

Nun ja.

Die Hoffnung hielt ungefähr vier Minuten.

Dann spielte Torwart Schreiber den Ball zu Rapp. Eigentlich eine völlig normale Situation.

Eigentlich.

Rapp leistete sich am eigenen Strafraum einen kapitalen Fehler, Bochums Koji Miyoshi musste praktisch nur noch höflich Danke sagen und schob zum 0:1 ein.

Rapp übernahm später selbst die Verantwortung und sagte: „Ganz klar mein Ding.“

Kann man ihm zugutehalten.

Nur: Punkte gibt es für Selbstkritik leider keine.

Und so ein Fehler ist genau das, was sich eine Mannschaft in der aktuellen Situation überhaupt nicht leisten darf.

Spielaufbau? Schwierig

Wer gehofft hatte, Dynamo würde nach dem frühen Rückstand sofort wütend antworten, wurde zunächst enttäuscht.

Bochum presste früh, Dresden wirkte im Aufbau unsauber und hektisch.

Im Mittelfeld kamen zu viele Pässe nicht an. Lange Bälle verpufften. Zweite Bälle landeten häufig beim Gegner.

Und plötzlich sah es so aus, als würde Bochum gar nicht sonderlich viel machen müssen, um gefährlich zu werden.

Das ist wahrscheinlich der Punkt, der einen als Fan am meisten ärgert.

Nicht jeder Fehlpass ist ein Drama. Nicht jede misslungene Aktion muss sofort sitzen.

Aber in der 2. Bundesliga werden Fehler eben bestraft.

Und momentan lädt Dynamo die Gegner teilweise regelrecht dazu ein.

Beim 0:2 schaut Dynamo wieder hinterher

In der 25. Minute dann der nächste Nackenschlag.

Steilpass Bochum, Miyoshi ist durch, Müller hebt das Abseits auf – 0:2.

So einfach.

Zu einfach.

Da muss man als Dynamo-Fan schon einmal fragen dürfen: Wie oft wollen wir uns solche Gegentore noch selbst einschenken?

Bochum spielte das natürlich sauber aus. Keine Frage.

Aber Dresden half kräftig mit.

Und plötzlich lag eine Mannschaft, die vor 30.500 Zuschauern im eigenen Stadion unbedingt etwas gutmachen wollte, mit zwei Toren hinten.

Wieder einmal.

Hauptmann zeigt, wie es gehen kann

Zum Glück gab es an diesem Abend einen Spieler, der sich mit dem Rückstand überhaupt nicht abfinden wollte: Niklas Hauptmann.

Der Kapitän versuchte immer wieder, Dynamo anzuschieben. Er lief, forderte Bälle, suchte Lösungen.

Und kurz vor der Pause wurde das belohnt.

Rapp und Hauptmann machten das Spiel schnell, Ben Bobzien kam aus halblinker Position zum Abschluss und traf zum 1:2.

  1. Minute.

Plötzlich war das Stadion wieder da.

Plötzlich war wieder Hoffnung da.

Und plötzlich dachte man:

Na also. Warum nicht gleich so?

Genau solche Momente zeigen ja, dass diese Mannschaft durchaus Fußball spielen kann.

Sie muss es nur endlich über längere Phasen zeigen.

Sieben Gelbe Karten – Bochum war nun wirklich nicht unverwundbar

Auch deshalb war zur Pause noch längst nichts verloren.

Bochum hatte sich in der ersten Halbzeit bereits sieben Gelbe Karten eingehandelt – Trainer Uwe Rösler inklusive.

Die Gäste gingen keineswegs zimperlich zur Sache.

Eigentlich hätte Dynamo daraus Kapital schlagen können.

Druck erhöhen.

Gegenspieler in Zweikämpfe zwingen.

Tempo machen.

Das Publikum mitnehmen.

Nach der Pause brachte Stamm mit Okpala für Lemmer frische Offensivkraft.

Und der Neuzugang brachte tatsächlich Schwung.

Er ging ins Eins-gegen-eins, suchte Wege nach vorne und versuchte, dem Dresdner Spiel mehr Geschwindigkeit zu geben.

Aber auch er sagte anschließend genau das, was wahrscheinlich jeder auf den Rängen gesehen hatte:

Es müsse mehr kommen und man müsse an der Sauberkeit arbeiten.

Dem ist leider wenig hinzuzufügen.

Zwischen Aufholjagd und beinahe 1:3

Dynamo wurde mutiger.

Aber wer offensiver spielt, öffnet natürlich auch Räume.

Und so hätte Bochum das Spiel beinahe frühzeitig entschieden.

In der 58. Minute rettete der Pfosten.

Sechs Minuten später verhinderte Schreiber mit einem starken Reflex das 1:3.

Da hatte Dynamo durchaus Glück.

Aber auf der anderen Seite fehlte eben auch dieses Glück.

In der 68. Minute zog Raschl ab.

Ein Hammer.

Der Ball klatschte ans Gebälk.

Fast das 2:2.

Und spätestens da war klar: Hier geht noch etwas.

30.500 treiben Dynamo nach vorne

Die Schlussviertelstunde war dann das, was man sich als Dynamo-Fan eigentlich von Beginn an gewünscht hätte.

Mut.

Druck.

Leidenschaft.

Anrennen.

Die 30.500 Zuschauer im Harbig-Stadion machten ordentlich Betrieb und versuchten, die Mannschaft zum Ausgleich zu tragen.

Mehrfach lag der Torschrei in der Luft.

Dynamo warf alles nach vorne.

Bochum wackelte.

Nur der Ball wollte nicht mehr rein.

Und genau deshalb tut diese Niederlage so weh.

Denn der Ausgleich wäre am Ende durchaus verdient gewesen.

Aber dafür kann man sich nichts kaufen.

Die zweite Halbzeit macht Mut – die erste macht Sorgen

Natürlich kann man jetzt sagen: Die Reaktion nach dem 0:2 war ordentlich.

Stimmt.

Natürlich kann man sagen: Dynamo hat Moral gezeigt.

Stimmt ebenfalls.

Natürlich kann man sagen: Mit etwas mehr Glück geht Raschls Schuss rein und das Stadion explodiert.

Auch richtig.

Aber man darf deshalb die ersten 30 Minuten nicht vergessen.

Denn dort wurde dieses Spiel verloren.

Nicht in der 85. Minute.

Nicht beim Aluminiumtreffer.

Nicht beim letzten Angriff.

Sondern mit unnötigen Ballverlusten, schlampigem Aufbau und zwei Gegentoren, die Bochum viel zu leicht gemacht wurden.

Das ist der Unterschied zwischen „gut mitgehalten“ und Punkten.

Drei Niederlagen aus vier Spielen – das ist jetzt ein Fehlstart

Nach zuletzt vier Zweitliga-Heimsiegen in Serie nun also die Niederlage gegen Bochum.

Drei Pleiten in vier Saisonspielen.

Damit steht Dynamo dort, wo man eigentlich unbedingt nicht hinwollte:

im Tabellenkeller.

Natürlich ist die Saison noch jung.

Natürlich wird jetzt keiner den Panikknopf drücken.

Sollte man auch nicht.

Aber schönreden muss man es genauso wenig.

Das ist ein Fehlstart.

Punkt.

Und wer die 2. Bundesliga kennt, weiß: Wenn man sich erst einmal unten festsetzt, wird es schnell unangenehm.

Es fehlt nicht am Einsatz – es fehlt an Konsequenz

Das Positive ist: Man hat gegen Bochum gesehen, dass die Mannschaft lebt.

Hauptmann ging voran.

Bobzien traf.

Okpala brachte Schwung.

Schreiber rettete stark.

Die Mannschaft kämpfte sich zurück.

Das Problem ist also nicht, dass Dynamo lustlos über den Platz laufen würde.

Das Problem liegt derzeit eher in den Details.

Sauberkeit.

Konzentration.

Entscheidungen.

Spielaufbau.

Und vor allem: unnötige Fehler vermeiden.

Denn in dieser Liga wird fast jeder grobe Patzer bestraft.

Das sollte spätestens nach vier Spieltagen jeder verstanden haben.

In Braunschweig helfen jetzt keine schönen Worte

Trainer Thomas Stamm brachte es anschließend ziemlich nüchtern auf den Punkt:

„Nächste Woche in Braunschweig zu gewinnen, würde helfen…“

Stimmt.

Würde es.

Sogar sehr.

Denn langsam braucht Dynamo keine guten Ansätze mehr.

Keine Moralpunkte.

Keine Geschichten darüber, dass man „eigentlich mehr verdient gehabt hätte“.

Sondern echte Punkte.

Drei davon wären in Braunschweig besonders hilfreich.

Als Dynamo-Fan bleibt man natürlich dabei.

Man leidet.

Man schimpft.

Man regt sich über solche Geschenke wie beim 0:1 noch Stunden später auf.

Aber man sieht eben auch: Diese Mannschaft kann sich zurückkämpfen.

Jetzt muss sie nur anfangen, sich nicht vorher selbst in Schwierigkeiten zu bringen.

Denn wenn wir ehrlich sind:

Der Gegner darf uns gerne schlagen. Aber wir müssen ihm dabei nicht auch noch helfen.

Also Dynamo:

Fehler abstellen.

Kopf hoch.

Und in Braunschweig bitte von Minute eins an wach sein.

Denn ein bisschen Geduld haben wir Fans ja.

Aber grenzenlos ist sie bekanntlich nicht.

Auf geht’s, Dynamo!

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