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Der Mythos Bitcoin

IgorShubin (CC0), Pixabay
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Der Mythos um den angeblichen Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto hat mal wieder einen neuen Kandidaten – und mal wieder folgt prompt das Dementi. Diesmal trifft es den britischen Bitcoin-Unternehmer und Entwickler Adam Back, den ein ausführlicher Bericht der New York Times als möglichen Schöpfer der Kryptowährung ins Spiel bringt. Back selbst weist das jedoch klar zurück und spricht von einem Fall klassischer Bestätigungsverzerrung.

Gegenüber der BBC erklärte Back unmissverständlich: „Ich bin nicht Satoshi.“ Auf X ergänzte er, er sei zwar früh auf die gesellschaftliche Bedeutung von Kryptografie, Privatsphäre und digitalem Geld fokussiert gewesen, aber eben nicht der geheimnisvolle Bitcoin-Erfinder.

Die New York Times stützt ihre These auf auffällige Parallelen zwischen Backs E-Mails, Forenbeiträgen und den bekannten Texten von Satoshi Nakamoto. Auch zeitliche Überschneidungen werden angeführt: So soll Backs Online-Aktivität auffällig gut mit der Phase zusammenpassen, in der Satoshi verschwand, kurz nachdem das Bitcoin-Whitepaper veröffentlicht und die Kryptowährung in Gang gesetzt worden war.

Back hält dagegen. Die angeblichen Beweise seien aus seiner Sicht eine Mischung aus Zufall, ähnlicher Fachsprache und vergleichbaren Interessen. Zudem widerspricht er der Behauptung, er sei in der entscheidenden Phase auf Bitcoin-Foren verstummt und erst nach Satoshis Verschwinden wieder aufgetaucht. Nach eigener Darstellung habe er damals durchaus rege mitdiskutiert.

Warum die Debatte immer wieder aufflammt, liegt auf der Hand: Es geht nicht nur um Internet-Mythologie, sondern um potenziell gigantisches Vermögen. Sollte Satoshi Nakamoto noch Zugriff auf die Wallets besitzen, die mit den frühesten Bitcoin-Beständen verbunden sind, dann läge dieses Vermögen heute bei rund 70 Milliarden Dollar. Das wären mehr als eine Million Bitcoin – etwa fünf Prozent aller jemals vorgesehenen Coins.

Back selbst reagierte auf diese Spekulationen mit Ironie und schrieb, er ärgere sich eher darüber, 2009 nicht aggressiver selbst Bitcoin geschürft zu haben.

Die Geschichte ist damit Teil eines bekannten Rituals der Kryptoszene: Alle paar Jahre wird ein neuer „Satoshi“ ausgerufen, meist medienwirksam, oft mit viel Indizienpoesie und anschließendem Dementi. Zuletzt traf es unter anderem Peter Todd, davor Dorian Nakamoto, Craig Wright und diverse andere Kandidaten.

Das Muster bleibt unerquicklich vertraut:
Viel Spekulation, große Schlagzeilen, wenig belastbare Beweise.

Und so gilt auch diesmal:
Adam Back mag eine Schlüsselfigur in der Bitcoin-Geschichte sein – aber bewiesen ist damit noch lange nicht, dass er Satoshi Nakamoto ist.

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