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Delta greift nach den Sternen – und nach Uniteds Krone

corgaasbeek (CC0), Pixabay
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Im internationalen Luftfahrtgeschäft herrscht wieder einmal das beliebte Spiel: „Wer ist eigentlich die größte Fluggesellschaft der Welt?“

Während United Airlines seit Jahren stolz verkündet, der weltweit größte Carrier zu sein, hat Delta Air Lines nun angekündigt, diese Krone gerne selbst tragen zu wollen.

Delta-Präsident Peter Carter formulierte das auf der IATA-Luftfahrtkonferenz in Rio de Janeiro erstaunlich offen: Das Ziel sei nichts Geringeres als die führende globale Fluggesellschaft zu werden.

Bescheidenheit ist bekanntlich keine Voraussetzung für einen Vorstandsposten.

Größer? Kommt darauf an, wie man zählt

Interessanterweise transportiert Delta bereits heute mehr Passagiere als United.

2025 flogen rund 200 Millionen Reisende mit Delta, während United auf etwa 175 Millionen Passagiere kam.

United kontert allerdings mit einer anderen Kennzahl: den sogenannten Revenue Passenger Miles. Dabei zählt nicht nur, wie viele Menschen fliegen, sondern auch wie weit sie fliegen.

Anders gesagt:

Wer einen Passagier von Chicago nach Tokio bringt, verdient meist etwas mehr als beim Wochenendtrip von Atlanta nach Orlando.

Asien wird zum Schlachtfeld

Der eigentliche Kampf findet über dem Pazifik statt.

United gilt dort traditionell als Marktführer und verfügt über starke Drehkreuze in Tokio und Guam sowie Partnerschaften mit ANA und Air India.

Delta versucht nun aufzuholen. Gemeinsam mit Korean Air und China Eastern baut die Airline ihr Asien-Netzwerk massiv aus.

Erst vor wenigen Tagen startete eine neue Direktverbindung zwischen Los Angeles und Hongkong. Bereits im vergangenen Jahr nahm Delta die Strecke Salt Lake City–Seoul auf.

Die Botschaft ist klar:

Wenn die Zukunft der Luftfahrt über Asien führt, möchte Delta möglichst weit vorne im Cockpit sitzen.

United bleibt entspannt

United-Chef Scott Kirby wirkt bislang wenig beeindruckt.

Er verweist darauf, dass gerade das internationale Geschäft hervorragend laufe. Neue Verbindungen nach Tokio und Sapporo sollen die Position zusätzlich stärken.

Frei übersetzt lautet die Botschaft:

„Schön, dass Delta mitspielen möchte. Wir sind schon da.“

Der eigentliche Gewinner

Für Reisende könnte der Konkurrenzkampf durchaus angenehm werden.

Mehr Strecken, mehr Verbindungen und mehr Wettbewerb bedeuten oft bessere Preise und ein größeres Angebot.

Für die Airlines dagegen geht es um Prestige, Marktanteile und Milliardenumsätze.

Denn in der Luftfahrt gilt offenbar dieselbe Regel wie auf dem Schulhof:

Es reicht nicht, erfolgreich zu sein.

Man möchte auch unbedingt der Größte sein.

Und so liefern sich Delta und United künftig einen Wettkampf in Reiseflughöhe von 11.000 Metern – mit Asien als Hauptschauplatz und jeder Menge Kerosin im Tank

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