Bill Gates hat sich bei einer Mitarbeiterversammlung seiner Stiftung zu seinen früheren Kontakten mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geäußert und dabei „Verantwortung für sein Handeln“ übernommen. Das teilte die Gates Foundation in einer Stellungnahme mit. Gates habe offen gesprochen und mehrere Fragen ausführlich beantwortet.
Laut einem Bericht des Wall Street Journal entschuldigte sich der Microsoft-Mitgründer bei den Beschäftigten für seinen Umgang mit Epstein. Es sei ein „großer Fehler“ gewesen, Zeit mit ihm verbracht zu haben. Zugleich betonte Gates demnach: „Ich habe nichts Illegales getan. Ich habe nichts Illegales gesehen.“
Neue Aufmerksamkeit hatte das Thema im Januar erhalten, nachdem das US-Justizministerium weitere sogenannte „Epstein-Akten“ veröffentlicht hatte. Gegen Gates selbst wurden von Epsteins Opfern keine Vorwürfe erhoben.
Treffen trotz früherer Verurteilung Epsteins
Gates erklärte laut Bericht, er habe Epstein erstmals 2011 getroffen – also Jahre nachdem dieser sich der Anwerbung einer Minderjährigen schuldig bekannt hatte. Er habe gewusst, dass es eine „18-monatige Sache“ gegeben habe, die Epsteins Reisefreiheit eingeschränkt habe, habe dessen Hintergrund aber nicht ausreichend überprüft. Die Kontakte hätten bis 2014 angedauert, auch im Ausland. Er habe jedoch nie auf Epsteins Privatinsel übernachtet.
Epstein habe ihm gegenüber behauptet, gute Verbindungen zu wohlhabenden Persönlichkeiten zu haben und bei der Beschaffung von Spenden für wohltätige Projekte helfen zu können. Letztlich sei es jedoch zu keiner Zusammenarbeit gekommen. Die Stiftung betonte erneut, dass es weder finanzielle Zahlungen an Epstein gegeben habe noch dieser jemals für die Organisation tätig gewesen sei.
Entschuldigung und private Verfehlungen
Gates soll bei dem Treffen zudem zwei frühere Affären mit russischen Frauen erwähnt haben, die später auch Epstein bekannt geworden seien. Bilder, die in den veröffentlichten Akten auftauchten und ihn mit Frauen zeigen, seien laut Gates bei Treffen entstanden, bei denen Epstein ihn gebeten habe, sich mit seinen Assistentinnen fotografieren zu lassen.
„Ich entschuldige mich bei allen, die durch meinen Fehler hineingezogen wurden“, zitierte das Wall Street Journal Gates aus einer internen Aufzeichnung.
Seine frühere Ehefrau Melinda French Gates hatte sich zuletzt ebenfalls zu Wort gemeldet. In einem Podcast-Interview sagte sie, die erneute Veröffentlichung von Dokumenten habe „schmerzhafte Zeiten“ in ihrer Ehe wachgerufen. Fragen zu den Vorgängen müsse jedoch ihr Ex-Mann beantworten, nicht sie. Das Paar ließ sich 2021 nach 27 Jahren Ehe scheiden.
Bereits zuvor hatte Gates öffentlich eingeräumt, dass seine Treffen mit Epstein ein schwerer Fehler gewesen seien. In einem Interview erklärte er, er bereue „jede Minute“, die er mit ihm verbracht habe.
Epstein war 2019 in seiner Gefängniszelle gestorben, während er auf seinen Prozess wegen Sexhandels wartete.
Kommentar hinterlassen