Alexander Luigi Ertl aus Augsburg schickt uns Rechnung über 1.590.000 Euro wegen entgangenem Gewinn, weil wir eine staatliche Maßnahme gegen Ihn von Seiten der Staatsanwaltschaft Augsburg veröffentlicht haben

Hm, dabei haben wir Herrn Ertl in den letzten Wochen sogar noch geholfen, denn Herr Ertl wusste nicht, dass es eine solche Veröffentlichung im Bundesanzeiger gegen seine Person gibt. Mehrfach haben wir uns auch von Herrn Ertl beschimpfen lassen müssen, nun so etwas erleben wir jeden Tag, da haben wir mittlerweile ein dickes Fell. Herr Ertl hat uns zu erklären versucht, dass das mit der Staatsanwaltschaft erledigt sei. Einen Nachweis, worum wir ihn gebeten hatten, hat er uns nicht zukommen lassen. Merk-würdig auch an dem ganzen Vorgang, dass wir die Post von ihm in einem „Hotelbrief“  vom Steigenberger Hotel in Augsburg bekommen, und den Rechnungsbetrag sollen wir natürlich überweisen. Da haben wir uns doch glatt mal das Konto angeschaut, wo Herr Ertl dann das Geld hinhaben will. Da waren wir dann doch überrascht, dass er das gar nicht auf sein Konto haben will, nein wir sollen das auf ein Konto der Raiffeisen Leiblachtal an eine Person mit Namen Alexander Iosce überweisen. Hm, Gläubiger, Freund oder was Herr Ertl? Nun, wer nicht einmal die eigene Kontonummer angibt, dem überweisen wir natürlich kein Geld. Stellen Sie sich einmal vor Herr Ertl wir würden das Geld überweisen, dann könnten Sie ja behaupten, dass Sie das Geld nie bekommen haben. Geht doch gar nicht Herr Ertl, das müssen Sie doch verstehen. Sie schreiben in Ihrem Schreiben, dass das nur ein Teilbetrag sei, in der „Rechnung“, aber dann schreiben Sie wieder Gesamtbetrag. So richtig werde ich da nicht schlau draus Herr Ertl.

Ordentlich wie wir sind, haben wir das Schreiben natürlich an unseren Rechtsanwalt Mike Rasch nach Radebeul übersendet. Der wird sich vermutlich über den „Streitwert von 1,5 Millionen Euro“ freuen. Ob Herr Ertl dann auch die Gebühren daraus bezahlen kann, das wissen wir nicht, werden wir aber dann herausfinden. Es geht bei Herrn Ertl um eine Veröffentlichung der Staatsanwaltschaft Augsburg, die auch heute noch so vorhanden ist, von einer Erledigung kann also keine Rede sein. Wir fragen uns natürlich auch Herr Ertl, „wenn das alles so erledigt wäre, warum haben Sie denn keine Unterlagen dazu?“. Also wir bleiben da mal ganz entspannt Herr Ertl, ob Sie das dann bei der Rechnung auch noch sind, weiss ich allerdings nicht. Bei einem Streitwert von 1.590.000 Euro hätten wir da so Kosten von über 4.000 Euro nur auf unserer Seite, ihr Rechtsanwalt kommt ja dann nochmal extra.

Hier die Veröffentlichung der Staatsanwaltschaft die HEUTE um 14.15 Uhr noch so zugänglich ist:

Landgericht Augsburg
Abteilung für Strafsachen

Öffentliche Bekanntmachung gemäß §§ 111i Abs. 4, 111e Abs. 4 StPO

10 KLs 501 Js 140433/09
Strafverfahren gegen Ertl, Alexander Luigi

In dem Strafverfahren 10 KLs 501 Js 140433/09 gegen Alexander Luigi Ertl, geboren am 21.08.1968 in Augsburg, wegen Betrugs im Zeitraum August 2008 bis Dezember 2009, hat das Amtsgericht Augsburg zum Zweck der Rückgewinnungshilfe zugunsten etwaiger Geschädigter einen dinglichen Arrest in Höhe von 67.830,00 € in das bewegliche und unbewegliche Vermögen des Alexander Luigi Ertl angeordnet.

Ferner hat das Landgericht Augsburg am 22.12.2010 beschlossen, den dinglichen Arrest gegen den Angeklagten Alexander Luigi Ertl für die Dauer von drei Jahren aufrechtzuerhalten (§ 111i Abs. 3 StPO).

Das Urteil wurde hinsichtlich der Verfallsentscheidung und der Entscheidung über die ihr zugrundeliegenden Straftatbestände in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht am 21.10.2011 rechtskräftig.

Aufgrund des dinglichen Arrestes wurden folgende Vermögenswerte gesichert:

Bei der Kreissparkasse Augsburg, Martin-Luther-Platz v5, 86150 Augsburg, ein Kautionssparbuch Nr. 3501866192 mit einem Guthaben in Höhe von 1.141,87 EUR, sowie ein Sparbuch Nr. 3591327774 mit einem Guthaben in Höhe von 0,71 € (jeweils Stand 17.12.2009), sichergestellt durch Pfändungsbeschluss der Staatsanwaltschaft Augsburg vom 17.12.2009, Az. 501 Js 140433/09 VA.

Verletzte aus den Straftaten werden darauf hingewiesen, dass sie wegen etwaiger Ansprüche gegen Alexander Luigi Ertl im Wege der Zwangsvollstreckung oder Arrestvollziehung während des oben genannten Zeitraums von drei Jahren ab Rechtskraft des Urteils auf die sichergestellten Vermögenswerte zugreifen und insoweit gemäß § 111g StPO die Zulassung beantragen können.

Soweit bis zum Ablauf der genannten Frist kein Zugriff der Verletzten auf die sichergestellten Vermögenswerte erfolgt ist, kann dieser zugunsten des Staates verwertet werden (§ 111i Abs. 5 StPO).

 

Augsburg, 13.05.2014

Natale, Vorsitzender Richter am Landgericht

 

25 Kommentare

  1. Arnold 12. November 2017
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